Original paper

Über diluviale Schotter Schwabens und ihre Molluskenreste.

Geyer, David

Kurzfassung

Die Schotter bestehen im Gegensatz zum Geniste aus schwerem Material, das von hochgehenden Wogen vom Grunde des Flusses, oder, bei sekundären Umlagerungen, von der Talsohle aufgenommen und stoßweise weiter geschoben und gerollt wird. Bei der Ablagerung ordnet er sich nach Größe und Schwere. Je leichter das Material, desto weiter wird es sich von der Mittelachse des Stromes entfernen. Die Schaltiere, soweit sie dem Fluß selbst und nicht den stagnierenden Gewässern des Tales angehören, die Muscheln und Wasserschnecken (in der Hauptsache Limnaea ovata, Ancylus, Bythinia tentaculata, Valvaten, Viviparn, Lithoglyphus und Neritinen), die von derselben Strömung ergriffen werden, werden auch wie der Sand und das Gerölle verfrachtet. Zwar schwerer als das Wasser, weil sie das lebende Tier noch enthalten oder leer im Flusse sich mit Wasser gefüllt haben, aber leichter als der Schotter, werden sie fortgestrudelt und während des Transportes einer Sichtung nach Größe und Schwere unterworfen. Bei rascher und stürmischer Abwicklung des Vorgangs geraten größere Arten zum Teil unter das Gerölle und werden im günstigsten Falle mit dem Sand in die hohlen Zwischenräume gebettet; ein langsamer und ruhiger Verlauf führt sie an die Grenzen des überfluteten Gebietes. Immer aber werden die Flußmollusken, zusammen mit dem Gerölle, fortgestrudelt und gerollt. Dabei nehmen sie Schaden und werden in großem Umfang entweder ganz zerstört oder in Bruchstücken abgesetzt, zerrieben oder zerbrochen. Ein Bruchteil kann unter günstigen Umständen abgelagert und konserviert werden. In den Flußschottern sind darum in erster Linie echte Flußbewohner zu suchen, und zwar sind sie in vollem Umfang, der Fauna zu erwarten. Sie entstammen der nächsten Umgebung, sind also die zuverlässigsten Lokaldokumente eines Schotterlagers.

Keywords

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