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Das neue Bild der Brenz

Trautwein, Siegfried

Kurzfassung

Die ältesten Spuren der Brenz reichen wohl bis ins Vor-Helvet, also bis in das frühe Miozän zurück. Es sind die Ochsenbergschotter und Quarzsande auf Klüften und in Dolinen in Höhen von 600 m NN und darüber. Bestimmte Aussagen über diese älteste Brenz sind und bleiben wohl auch unmöglich. Der Ausgangspunkt für meine Geschichte der Brenz ist die Zeit ihrer Einmündung ins unterhelvetische Molassemeer (OMM) SW Bolheim in 545 m NN. Nach dem Abzug des Molassemeeres folgte zugleich mit der Entstehung des Graupensandflusses eine wohl mäßige Eintiefung im Mittelhelvet. Im Oberhelvet und Torton wurde das Brenztal ganz zugeschüttet. Die in eine mächtige Lehmdecke der Heidenheimer Hochalb eingelagerten Brenzschotter weisen auf diese Plombierung hin. Dann erfolgte wohl noch im Torton eine Ausräumung, die an der Wende Torton/Sarmat, also zur Zeit der Rieskatastrophe, ihr Höchstmaß erreichte. Im jüngsten Miozän fand eine nochmalige geringe Zuschüttung statt, der an der Wende Miozän/Pliozän die W-E-Kippung des Albkörpers nachfolgte. Im ältesten Pliozän, dem Pont, erschien die Donau, die von nun ab der Vorfluter der Brenz wurde. Die Hebung der Alpen im Verlauf des Pliozäns ging parallel einer positiven Krustenbewegung am N-Rand des Molassetrogs, die eine Eintiefung der Flußläufe zur Folge hatte. Die Brenz schnitt sich bis 40 m unter die heutige Talsohle ein. Die Aufschüttung der Donau im Sontheimer Senkungsfeld und der gänzliche Verlust des Einzugsgebiets der Brenz N der heutigen Wasserscheide führten im Verlauf des Diluviums zu der bis zu 40 m mächtigen Aufschüttung im heutigen Brenztal. Im Brenzgebiet fand also keine kontinuierliche Entwicklung statt, sondern es wechselten Zeiten der Ausräumung mit solchen der Aufschüttung. Zur Abrundung wurden noch die Beziehungen der Brenz zu ihren Folgeflüssen Jagst und Kocher erörtert.

Keywords

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