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Die "Bergsträßer Diluvialterrasse" zwischen der Odenwaldquelle (südlich Heppenheim) und Bensheim

Heil, Reinhard

Kurzfassung

Entlang der Bergstraße von Darmstadt nach Heidelberg zieht sich ein +/- breites Band von pleistozänen Ablagerungen, die sogenannte Bergsträßer Diluvialterrasse. Gute Aufschlüsse in ihr findet man u. a. zwischen Bensheim und Heppenheim. Hier wurden auch schon früh die ersten Fossilien entdeckt. So schrieb K. Dahl (1812: 175): "Noch darf ich eine Seltenheit nicht vergessen, die im Jahre 1756 in der Bensheimer Gemarkung entdeckt worden ist. Im August dieses Jahres hatte ein Gewitter in dasiger Gemarkung großen Schaden angerichtet und unter andern auch durch einen damit verbundenen Wolkenbruch tiefe Löcher und Abgründe in die Erde gewühlet. In einem derselben, an dem sogenannten Wolfmager Wege, fand man unter vielen Thierknochen von ganz seltener Art auch das ganze Kopfgerippe, mit der noch ganz kenntlichen unteren Kinnlade und einem der größten Stockzähne, und dabei ein großes über eine Ehle langes Horn, welches von der medizinischen Facultät zu Straßburg für das Horn und den Zahn eines Erdeinhorns erkannt wurde. Auf dem Rathause zu Bensheim finden sich noch einige Überreste von diesem Einhorn." Nach weiteren Funden in und um Bensheim fand man erstmalig im Jahre 1860 in Heppenheim "25 Fuß tief zwischen Löß, Syenitgrus, Gneis- und Sandsteinrosseln fossile Knochenstücke von den Extremitäten des Elephas primigenius" (PH. Seibert 1860: 7): All diese und auch die später bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Bensheim -Heppenheimer Abschnitt der Bergsträßer Diluvialterrasse gefundenen Fossilien scheinen bis auf einige Mammutreste verlorengegangen zu sein (R. Matthes 1952). Diese Mammutreste - in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Umgebung von Bensheim gefunden - und die meisten Funde aus dem 20. Jahrhundert befinden sich im Bensheimer Heimatmuseum.

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