Original paper

Gammastrahlungsmessungen an fossilen Knochen und Zähnen aus dem Mainzer Becken und anderen Fundorten

Schwille, Friedrich

Kurzfassung

Fossile Knochen und Zähne besitzen gar nicht so selten, wie man gemeinhin vermutet, einen nennenswerten Gehalt an Uran, der, ganz analog dem Fluorgehalt, mit höherem Alter zunimmt. Während beispielsweise der Fluorgehalt oder der Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff heute allgemein bekannte Tatsachen sind, die auch für die Paläontologie praktische Bedeutung erlangt haben, liegen über den Urangehalt noch wenig Beobachtungen vor, obwohl gerade Uran und seine Folgeprodukte mit Hilfe der modernen Strahlungsmeßgeräte verhältnismäßig leicht nachweisbar sind. Bis jetzt haben sich eigentlich nur die Uranprospektoren näher mit dem Urangehalt fossiler Knochen befaßt. Fossile Knochen dürften jedoch, auch bei größeren Anhäufungen, kaum je wirtschaftliche Bedeutung als Uranlieferanten erlangen. Dagegen versprechen spezielle Untersuchungen der mit dem Urangehalt von Knochen und Zähnen zusammenhängenden Fragen in rein wissenschaftlicher Hinsicht durchaus interessante Ergebnisse, die für die Lagerstättenkunde, die allgemeine Geologie und die Paläontologie gleichermaßen von Wert sein dürften. Das reichhaltige Material der örtlichen und regionalen paläontologischen Sammlungen bietet sich für solche Zwecke geradezu an. Vorliegender Aufsatz, der vorzugsweise über radioaktive Funde aus dem Mainzer Becken berichtet, möchte zu weiteren Untersuchungen Anregung geben, ohne jedoch die verschiedenen Probleme im einzelnen aufzurollen. Die eigenen Untersuchungen wurden durch Fragen veranlaßt, die die Uranprospektion aufgeworfen hatte.

Keywords

Mainzer BeckenUrangermany