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Die vulkanische Tuffbreccie von Scharnhausen bei Stuttgart

Walenta, Kurt

Kurzfassung

Der im Körschtal südöstlich von Stuttgart liegende Tuffschlot von Scharnhausen (Blatt Stuttgart-Südost der Geologischen Spezialkarte) ist das nördlichste Tuffvorkommen des schwäbischen Vulkangebietes, dessen Zentrum sich bei Urach befindet. Ende des vergangenen Jahrhunderts von Wunderlich entdeckt, wurde das Vorkommen zum erstenmal von Branco (1892) ausführlich beschrieben. Branco unterzog vor allem die Sedimentgesteinseinschlüsse des Tuffes einer genauen Untersuchung, ging jedoch nicht auf die vulkanischen Lapilli ein. Das wichtigste Ergebnis seiner Arbeit war der Fund von fossilführenden Weißjura-Beta-Kalken in der Tuffbreccie, womit der Beweis erbracht war, daß zur Zeit des im Obermiozän anzusetzenden Vulkanausbruchs der Albrand noch nördlich von Scharnhausen lag. Die Abtragung ist inzwischen so weit fortgeschritten, daß der Tuffschlot heute im Bereich der Knollenmergel des Keupers zutage tritt. Eine petrographische Bearbeitung der vulkanischen Bestandteile der Tuffbreccie erfolgte im Rahmen der Arbeit von Gaiser (1905), der den Tuff auf Grund seiner Zusammensetzung zu den Melilithbasalttuffen stellte. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, weitere Kenntnisse über die petrographische Beschaffenheit des Tuffes zu gewinnen, wobei insbesondere die Mineralien der vulkanischen Lapilli einer eingehenden Untersuchung unterzogen wurden. Um Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten, wurden einige weitere Tuffe der Schwäbischen Alb in entsprechender Weise auf ihre Mineralkomponenten untersucht. Die Geländeuntersuchungen beschränkten sich auf die unmittelbare Umgebung des Tuffvorkommens. Der am linken Hang des Körschtals liegende Tuffaufschluß, wo sich zur Zeit Branco's eine kleine Tuffgrube befand, mißt heute kaum einen m2. Über die genauen Ausmaße des Tuffschlotes, der in der Landschaft fast nicht hervortritt, ist wenig bekannt. Branco (1892: 12) hält eine Längsausdehnung von 300 bis 400 Schritt nicht für ausgeschlossen, doch fehlen eindeutige Anhaltspunkte für diese Vermutung, da Hangschutt weithin das anstehende Gestein überdeckt. Auf Grund der fehlenden Aufschlüsse kann auch nichts über die Beschaffenheit des Kontaktes zwischen Tuff und Nebengestein ausgesagt werden.

Keywords

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