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Niederschlag, Abfluß des Blautopfes in den 35 Abflußjahren von 1925 bis 1959

Binder, Hans

Kurzfassung

Der Blautopf bei Blaubeuren ist nicht nur die unbestritten schönste Karstquelle der Schwäb. Alb, er ist auch neben dem Aachtopf im Hegau die wohl am besten untersuchte Quelle. Seine mittlere Schüttung von 2,16 m3/s (Abflußjahre 1925-59) (a)1 bleibt zwar erheblich hinter der des Aachtopfs mit 9,0 m3/s zurück (WAGNER 1950), doch sind seine Verhältnisse überschaubarer, weil keine Flußversinkung zu berücksichtigen ist. Nachdem nun für 35 Abflußjahre lückenlose Pegelaufschriebe für den Blautopf vorliegen (von früheren Aufzeichnungen sind leider nur noch Bruchstücke greifbar), soll als Beitrag zur Karsthydrographie der Versuch unternommen werden, die Zusammenhänge zwischen Niederschlag, Abfluß und Verdunstung aufzuhellen. Die Angaben von Sihler (1950) über die Größe und Lage des unterirdischen Einzugsgebiets des Blautopfs wurden durch die Färbversuche der Jahre 1952-1960 weitgehend bestätigt. Für die Niederschläge in diesem Gebiet dürfen die in Seißen notierten als repräsentativ betrachtet werden. Für 35 Abflußjahre werden Niederschlag, Abfluß und Verdunstung verglichen. Dabei zeigt es sich, daß in dem Betrag für die Verdunstung außer der eigentlichen Verdunstung durch Wärmeeinwirkung und dem Wasserverbrauch der Pflanzen (beides üblicherweise unter dem Begriff der Verdunstung zusammengefaßt) auch noch ein Anteil für verzögerten Abfluß zu berücksichtigen ist. Beim Vergleich der 12 Monatssummen von Niederschlag und Abfluß wird die Bedeutung des Karstwasservorrats für den Ausgleich der Schüttung sichtbar gemacht.

Keywords

BlautopfBlaubeurenKarsthydrographiegermany