Original paper

Zur Geologie des Lechvorlandgletschers

German, Rüdiger

Kurzfassung

Ein Vergleich der Sedimente eines rezenten Gletschergebiets (Morteratschgletscher im Oberengadin) mit den Sedimenten des Lechvorlandgletschers zeigt: Sedimentologisch lassen sich im Bereich eines pleistozänen Vorlandgletschers umfangreiche glazifluviale Sedimente aussondern. Da sie sich sowohl von den traditionellen glazifluvialen Schottersträngen des Vorlandes als auch von den eindeutig glazigenen Sedimenten unterscheiden und in nächster Nähe des Eises entstanden sind, werden als neue Gruppe ausgeschieden: eisrandnahe Bildungen glazifluvialer Entstehung oder glazifluviale Eiskontaktbildungen. Die eigentliche Grundmoräne der Vorlandgletscher ist (besonders in den Hohlformen) meist weitgehend und oft auf großer Fläche mit solchen glazifluvialen Ablagerungen bedeckt. Eine kurze Übersicht zeigt die wichtigsten Züge des Lechvorlandgletschers auf Grund sedimentologischer und feinmorphologischer Untersuchungen. Das Problem des Urlechtales (Abfluß früher zur Wertach) wird diskutiert. Einige Hinweise deuten auf einen alten Überfluß bei Hohenschwangau. Weil das Gefälle im Lechtal größer ist, floß der Lech nicht durch das Paartal ab.

Keywords

LechvorlandgletschergermanyGrundmoräne