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Das Schieferkohlenlager vom Pfefferbichl bei Füssen

Brunnacker, Karl

Kurzfassung

Die durch die eiszeitliche Gletscherwirkung geschaffenen Hohlformen wurden in denjeweils nachfolgenden Warmzeiten z. T. von Seen eingenommen. Größere Wasserflächen bildeten sich in den Stamm- und Zungenbecken, kleinere auch sonst sowohl vor wie in den Alpen. Seetonablagerung und Torfbildung, an geeigneten Stellen auch Schutt- und Schwemmkegel, führten zu allmählicher Verfüllung, soweit die Seen nicht zuvor schon infolge Eintiefung der Abflußrinnen ausgelaufen waren. Aber auch diese trockengelegten Becken waren zur Versumpfung geeignet. In den nachfolgenden Eiszeiten wurden diese Interglazialbildungen teils von Sedimenten überdeckt, teils von erneut vorstoßenden Gletschern, ausgeräumt oder überfahren. Unter der Auflast der Gletscher wurde der Torf zu Schieferkohle gepreßt. Abgesehen von altbekannten südbayerischen Vorkommen, wie bei Wasserburg, Großweil, Ohlstadt, Sonthofen, wurden in neuerer Zeit weitere pleistozäne Seetone und Torfe bzw. Schieferkohlen erwähnt. Neuere Untersuchungen durch H. Reich (1953) befassen sich mit der Vegetationsentwicklung in Großweil, Ohlstadt und Pfefferbichl. Sie ergänzen die durch W. Lüdi (1953, 1957) in der Schweiz gemachten Befunde nach Osten hin. Das Schieferkohlen-Profil vom Pfefferbichl wurde anläßlich der Tagung des Oberrheinischen Geologischen Vereins 1962 in Füssen neu angeschürft. Da es - abgesehen von Angaben bei H. Reich (1953) - nicht weiter bekannt ist, wird es nach vorhandenen Unterlagen (P. Schmidt-Thomé 1947, Bohrprofile im Archiv des Bayerischen Geologischen Landesamtes), Angaben von Arbeitern usw. und eigenen Untersuchungen, soweit heute noch möglich, erläutert.

Keywords

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