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Geologische Ergebnisse der Weinbergskartierung in der Pfalz

Atzbach, Otto

Kurzfassung

Durch Einschleppung der Reblaus in Europa, die auch den deutschen Weinbau in seiner Existenz bedrohte, waren Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich, um diese große Gefahr abzuwenden. Da es keine direkt wirksame Methode gibt, bedient man sich der indirekten Bekämpfung, indem man Pfropfreben pflanzt, d.h. unsere europäischen Qualitätssorten werden auf sogenannten Amerikanerunterlagen veredelt, das sind Wildreben, die aus Amerika kommen und Reblaus-resistent sind. Da es bis heute noch nicht gelungen ist, eine Unterlage zu züchten, die allen Bodenarten gerecht wird, forderten interessierte Weinbaukreise auf Grund der beschränkten ökologischen Streubreite der Unterlagsreben die Kartierung der Weinbergsböden als Grundlage für den Wiederaufbau reblausverseuchter Gemarkungen. Die Kartierung wurde den Geologischen Landesämtern aufgetragen. Freilich befaßt man sich von geologischer Seite schon sehr viel länger mit dem Boden als Rebenstandort, wenn es sich auch um andere Probleme als die der Reblausbekämpfung handelte. Die Kartierung in Rheinland-Pfalz begann 1951. Wer die geologische Karte der Pfalz kennt, weiß, daß gerade dieser Teil auf Grund seiner erdgeschichtlichen Vergangenheit zu den abwechslungsreichsten und interessantesten gehört, aber auch - und das hängt mit dem Weinbau und seinen Bearbeitungsmethoden zusammen - am schwersten zu kartieren ist. Durch die tiefe Rigolung, durch künstliche Auffüllung und andere Bodenveränderungen werden die geologischen Grenzen weitgehend verwischt. Hier kann die Weinbergskartierung durch ihr engmaschiges Bohrnetz dazu beitragen, Klarheit über den Aufbau des Untergrundes zu gewinnen.

Keywords

PfalzWeinbergskartierungReblausgermany