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Grundzüge der tektonischen Entwicklung von Spessart und Wetterau

Murawski, Hans

Kurzfassung

Es wird versucht, das heute sichtbare tektonische Inventar von Spessart und Wetterau nach Bildungszeit und -akt zu entzerren. Im Grundgebirge des Spessarts kann der tektonische Innenbau der "Mitteldeutschen Schwellenzone" und damit das tektonische Inventar der varistischen Orogenese studiert werden. Es sind eine in bezug auf die Regionalmetamorphose präkristalline Haupttektonik (=Faltentektonik) und eine postkristalline Einengungstektonik (=Aufschiebungstektonik) zu unterscheiden. Beide haben Prä-Oberrotliegend-Alter. Das Deckgebirge der Spessartschwelle und des Wetteraubeckens ist durch Bruchtektonik betroffen worden, die z. T. in jungvaristischer Zeit begann und verschiedentlich bis in das Pleistozän hinein immer wieder aufgelebt ist. Das heutige Relief zeichnet solche bruchtektonischen Spuren vielfach noch nach. Schwelle und Becken haben zu verschiedenen Zeiten Vertikalbewegungen durchgeführt, die sich durch Faziesverschiebungen und verschiedenartige Sedimentbelieferungen bemerkbar machen.

Keywords

SpessartWetterauMitteldeutsche SchwellenzoneSpessartgermany