Original paper

Die Öpfinger Schichten der schwäbischen Rugulosakalke und ihre Beziehungen zu anderen Tertiärablagerungen.

Wenz, W.

Kurzfassung

Während der Vergleich der oberen Süßwassermolasse, der Sylvanaschichten Süddeutschlands, mit entsprechenden Ablagerungen infolge ihrer reichen Fauna der Land- und Süßwassergastropoden keine besonderen Schwierigkeiten machte, ist dies bei der unteren Süßwassermolasse, den Rugulosaschichten, in weit höherem Maße der Fall. Es liegt dies in erster Linie daran, daß die Fauna (und zwar besonders die der unteren Schichten) zwar individuenreich aber verhältnismäßig artenarm ist. Gerade kleinere Formen waren fast gänzlich unbekannt. In den unteren Horizonten, die ich nach der für sie leitenden Form Plebecula ramondi (Brong.) als Ramondi-Schichten bezeichnen möchte, ist die Ausbildung der Schichten der Erhaltung kleiner Formen wenig günstig, so daß hier in dieser Hinsicht wenig zu erwarten ist. Günstiger liegen die Verhältnisse in den oberen Horizonten, den sog. Crepidostomaschichten, die vorwiegend kreidige Ausbildung zeigen. Sie haben in der Tat auch einige kleinere Formen geliefert. Auch bei den Öpfinger Schichten, die ebenfalls mergelig-kreidig ausgebildet sind, konnte man ein ähnliches Verhalten erwarten. Ihre Fauna war indes bisher nur sehr ungenügend bekannt. So war es seit langem mein Bestreben, gerade diesen Horizont auf seine Fauna hin genauer zu untersuchen. Hindernd trat diesem Unternehmen der Umstand in den Weg, daß diese Schichten im allgemeinen schlecht aufgeschlossen sind, und auch die Erhaltung der Formen meist eine recht wenig günstige ist, insofern als die Schalen fast immer kreidig sind und leicht zerfallen. Eine Ausnahme machen die Vorkommen bei Oberdischingen und Donaurieden. Als ich zum erstenmal unter der freundlichen Führung von Herrn Prof. Dr. J. Schad in Ehingen das Vorkommen von Donaurieden mit seinen prachtvoll erhaltenen Cepaea rugulosa und Limnaeen kennen lernte, stieg meine Hoffnung, auch kleinere Formen aus diesen Schichten zu erhalten, ganz beträchtlich, zumal auch ihre Ausbildung, das gelegentliche Vorkommen kleiner Braunkohleschmitzchen, für das Vorhandensein einer ganz bestimmten Kleinfauna sprach.

Keywords

öpfingenrugulosakalketertiärgermanysüßwassermolassesylvanaschichtgastropodenplebecula ramondicrepidostomaschicht