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Die pliocänen Proboszidier der Mosbacher Sande.

Soergel, W.

Kurzfassung

Neben Säugetierarten, die wie Rhinoceros etruscus Falc., Hyaena arvernensis Croizet, Ursus arvernensis Croizet, Hippopotamus major Cuv. ect. aus dem Pliozän in das ältere Pleistozän hinaufgehen, haben die meisten Faunenlisten von Mosbach auch einige Arten aufgezählt, die auf oberpliozäne Ablagerungen in ihrem Vorkommen beschränkt sind. Stets aber war diesen Arten bis vor kurzem eine begrenzte, meist recht kurze Lebensdauer im Rahmen der Mosbacher Fossillisten beschieden. Vermutungen von pliozänen Hirscharten, die vor Jahren einige Reste nahe zu legen schienen, haben sich niemals zu Namen verdichtet und keinen Niederschlag in den Faunenlisten gefunden. Das Originalstück von Castor issiodorensis Croizet, der seit 1895 einige Jahre seinen Platz behaupten konnte, wurde schließlich von Schroeder als jugendliche Mandibel des Trogontherium Cuvieri Fisch erkannt. Elephas meridionalis Nesti und Equus Stenonis Cocchi, irrtümlich auf Grund individuell sehr alter Gebisse resp. Unterkiefer von Elephas trogontherii und Equus mosbachensis diagnostiziert, führte 1906 von Reichenau in seiner Fossilliste auf, zog sie aber in den folgenden Jahren selbst wieder zurück. Ein sicheres pliozänes Element wurde mit einem Molar von Mastodon arvernense Croizet et Jobert erst durch Schmidtgen eingeführt, ein zweites durch den Verfasser mit El. meridionalis Nesti, der allerdings nicht ausschließlich auf das Pliozän beschränkt ist und auch in das älteste Diluvium, Faunentypus von St. Prest, hineingeht. Der Nachweis dieser beiden Proboszidier in den Mosbacher Sanden, dazu das Vorkommen von Hippopotamus major Cuv. und Trogontherium Cuvieri Fisch., schließlich die Tatsache, daß diese im Pliozän resp. frühpleistozän prosperierenden Arten in ihrem Fundniveau an die Basisschichten des Mosbacher Sandes gebunden sind, - soweit man die Fundstellen für die einzelnen Reste kennt - mußten starke Bedenken hervorrufen gegen die Einheitlichkeit, die zeitliche Geschlossenheit der Mosbacher Säugetierfauna. Es schienen neben der pleistozänen Hauptfauna in den Mosbacher Sanden die Reste von mindestens noch einer, wahrscheinlicher sogar zwei älteren Faunen eingebettet zu sein. Ich habe kürzlich versucht, eine solche Aufteilung der Mosbacher Fauna zu begründen und bin dabei zur Annahme von 3 verschiedenaltrigen Faunen gelangt.

Keywords

mosbacher sandpliocenepleistozänfaunagermanyproboscidian