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Nördlinger Ries und Steinheimer Becken als Einschlagkrater eines Kometen

Illies, Henning

Kurzfassung

Nördlinger Ries und Steinheimer Becken sind Impakt-Krater mit 42 km voneinander entfernt gelegenen Zentren. Die limnischen Füllsedimente beider Krater haben Obertorton-Sarmat-Alter. Die durch das Impakt-Phänomen induzierten erdmagnetischen Anomalien sind in beiden Fällen negativ. Beide Krater haben eine komplexe Struktur. In eine recht flache, äußere Kraterschüssel mit bevorzugt tangentialem Massenauswurf ist zentral ein innerer, tieferer Krater eingeprägt, der von einem inneren Kraterwall, bzw. Zentralhügel umgürtet wird. Beide Krater zeigen darüber hinaus einen parallelen, axialsymmetrischen Aufbau, sowohl hinsichtlich der Ejekta-Verteilung als auch hinsichtlich der Internstruktur. Es wird angenommen, daß die Krater durch den gleichzeitigen Aufschlag zweier Kometenköpfe entstanden sind. Aus den Kraterstrukturen wird gefolgert, daß beide Kometenköpfe unter parallelen Flugbahnen aus nordnordwestlicher Richtung aufschlugen. Die Krater-in-Krater-Struktur der beiden Astrobleme wird auf den konzentrischen Aufbau der verursachenden Kometenköpfe bezogen. Der periphere, flache Krater wird durch die Detonation mitgeführter Bestandteile der kometarischen Atmosphäre (Koma) erklärt. Der nachfolgende Aushub des zentralen Kraters mit überwiegend aufwärtiger Ejekta-Förderung wird als Produkt der Kollision des Kometenkerns verstanden.

Keywords

nördlinger riessteinheimer beckengermanycometimpact crater