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Neue Zeichen und Benennungen der Jura-Schichten auf den geologischen Karten Baden-Württembergs

Hahn, Wolfgang; Schreiner, Albert

Kurzfassung

Die in Württemberg und Bayern gebräuchliche Gliederung des Unteren, Mittleren und Oberen Jura in je sechs Stufen, welche nach dem griechischen Alphabet von alpha - zeta benannt werden, ist nach ihrer Einführung durch F. A. QUENSTEDT wegen ihrer klaren Abfolge rasch sehr populär geworden und in Süddeutschland bis heute geblieben. Da QUENSTEDT jedoch bei der Aufstellung seiner Jura-Gliederung neben dem Fossilinhalt auch die Gesteinsbeschaffenheit berücksichtigte, konnte seine Gliederung nur im schwäbisch-fränkischen Faziesraum angewandt werden und versagte schon jenseits des Schwarzwaldes im Oberrheingebiet und im Schweizer Jura. Die Zweigleisigkeit der QUENSTEDT'schen Stufen führte auch im württembergischen Jura gelegentlich zu Differenzen, da manche Geologen mehr Wert auf die sogenannten Leitbänke legten, während sich andere mehr auf die Leitfossilien verließen. So wurde, um ein Beispiel zu nennen, die Grenze zwischen dem Braunen Jura delta und epsilon in Südwürttemberg nach QUENSTEDT an die Obergrenze des subfurcatum-Ooliths gelegt, während sie in Mittel- und Ost-Württemberg an der Basis des parkinsoni-Ooliths gezogen wurde. Da die Gliederung nach griechischen Buchstaben sehr einfach und einprägsam war und sich auch leicht aussprechen ließ (z. B. gamma-Mergel oder delta-Kalke), konnte sich im schwäbisch-fränkischen Jura-Gebiet die etwa gleichzeitig von d'ORBIGNY eingeführte internationale Stufengliederung bis heute nur schwer und langsam durchsetzen, obwohl sich schon QUENSTEDTS Schüler A. OPPEL bei der Parallelisierung von Jura-Profilen aus Deutschland, Frankreich und England gezwungen sah, die internationale Stufengliederung zu benützen, die er dann durch seine Zonengliederung präzisierte.

Keywords

JuraBaden -WürttembergQuenstedt'sche Stufengermany