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Neue Erkenntnisse über Genese und Lagerung des Salzes im Mittleren Muschelkalk in Süddeutschland

Wild, Helmut

Kurzfassung

Die Schichtenfolge der wissenschaftlichen Bohrungen "Heuchelberg" und "Stromberg " werden erläutert und Vergleiche mit der Ausbildung der Schichten in benachbarten Gebieten gezogen. Besondere Aufmerksamkeit ist der Beschreibung der erbohrten Steinsalzlager im Mittleren Muschelkalk gewidmet. Das bei der Bohrung "Heuchelberg" durchteufte, 28,5 m mächtige Salzlager konnte gegliedert werden. Ober einer 20,1 m starken, grobspätigen Salzfolge lagert ein 8,5 m mächtiges, fein- bis mittelspätiges und vielfach gebändertes Salz. Überraschenderweise wurde demgegenüber bei der nahezu im Zentrum der Strombergmulde angesetzten Bohrung "Stromberg" lediglich eine 1,6 m starke Salzschicht durchörtert, die im oberen Teil fein- bis mittelspätig, im unteren Teil grobspätig ausgebildet ist. Bei der Tiefenlage des Salzes (350 m u. G.) und dem Aufbau der hangenden Schichten, die hier tektonisch ungestört sind, kann hier Subrosion nicht angenommen werden. Dagegen sind die hangenden Anhydritschichten (Ob. Anhydritregion) - unabhängig von der Ausbildung und Stärke des Salzes - bei beiden Bohrungen gleich mächtig (42 m) und entsprechen damit durchaus der Zusammensetzung und Mächtigkeit im weiteren nordwürttembergischen Raum. Aus den hier gewonnenen Erkenntnissen und anderen Untersuchungen im süddeutschen Raum konnte geschlossen werden, daß das Salz in weitgespannten, flachen Mulden, die weitgehend syngenetisch verformt wurden, zur Ablagerung kam. Das zwischen Nordheim und Neipperg (Landkreis Heilbronn) erschlossene Salzlager gehört nicht mehr zum zentralen Teil des weiter nördlich gelegenen Heilbronner Beckens, der im Raum südlich von Kirchhausen (Landkreis Heilbronn) zu suchen ist (Salinar mit restriktiver Tendenz). Das in die Strombergmulde südwestlich von Cleebronn (Landkreis Heilbronn) erbohrte Salz gehört zum äußersten Rand eines Salinarbeckens, wobei durchaus zwischen dem Salz unter dem Heuchelberg und dem unter dem Stromberg erschlossenen eine salzfreie Schwellenzone existieren kann. Über die Voraussetzungen der Genese und der Erhaltung des Salzes werden weitere Angaben gemacht.

Keywords

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