Field trip guide

Einführung in die Geologie des Mainzer Beckens

Sonne, Volker

Kurzfassung

Das Mainzer Becken ist die westliche Erweiterung am nördlichen Oberrhein-Graben im Bereich der rotliegenden Saar-Nahe-Senke. Die Verbreitung der tertiärzeitlichen Sedimente im Mainzer Becken steht in engem Zusammenhang mit der prätertiären Landschaftsgestaltung, der jungpaläozoischen und der tertiären Tektonik. Die im Perm gebildeten tektonischen Einheiten Nahemulde, Pfälzer Sattel, Vorhaardtmulde haben die Abtragungsvorgänge, die seit dem Keuper für das Mainzer Becken anzunehmen sind, wesentlich mitbestimmt. Noch im Tertiär sind diese Bauelemente erkennbar - und heute wieder herauspräpariert. Erste tektonische Bewegungen haben bereits im Eozän stattgefunden, wo es neben einer vermutlich regionalen schwachen Absenkung auch zu örtlichen varistisch verlaufenden Grabenbildungen kam. Der Eozäne Basiston lagerte sich in alten Tälern und den sich bildenden Gräben ab. Seine Mächtigkeit schwankt, bedingt durch das alte Relief und die synsedimentäre Tektonik, stark. Er ist vermutlich ein terrestrisch-limnisches Sediment, das völlig frei von pflanzlichen oder tierischen Resten ist. Die Mittleren Pechelbronner Schichten des Unteroligozäns (Latdorf), marin-brackisch entwickelt, haben eine größere Verbreitung im Mainzer Becken. Die Mächtigkeiten in den Gebieten, in denen auch der Eozäne Basiston abgelagert wurde, sind sehr ungleich (10-40 m), was auf unterschiedliche Absenkungsbeträge schließen läßt. Die Mikrofauna ist meist sehr reich (Ostrakoden und Foraminiferen); außerdem kommen lagenweise recht häufig auch Bryozoen, Gastropoden und Lamellibranchiaten vor. Mikro- und Nanno-Plankton wurde ebenfalls in den Mittleren Pechelbronner Schichten nachgewiesen.

Keywords

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