Field trip guide

Exkursion durch die Nahemulde von Bad Münster am Stein bis nach Idar-Oberstein am 18. April 1974

Falke, Horst

Kurzfassung

Von Bad Münster am Stein führt die Exkursion zuerst nach Westen durch das Nahetal, vorbei an der ca. 200 m hohen Wand des Rotenfels, einem Abschnitt in der westlichen Begrenzung des Kreuznacher Porphyrmassives. Der Rhyolith ist sehr stark zerklüftet und durch hydrothermal bedingte Zersatzzonen gekennzeichnet. Sie weisen sich schon durch ihre helle Farbe als Folge einer Bleichung und einer Umwandlung der Feldspäte zu Kaolin wie durch ihre infolge einer Abtragung z. T. erdpyramidenförmige Absonderung aus (z. B. am westlichsten Ende der Wand kurz vor der Bahnüberführung). Südwestlich dieses Bahnüberganges quert man einen Andesitgang, der in den Sedimenten des Unterrotliegenden steckt, und erreicht dahinter die Ortschaft Norheim. In ihr biegt man nach Norden ab und durchquert mit dem Anstieg auf die Höhe den Nordwestflügel des Pfälzer Sattels bzw. den Südostflügel der Nahemulde. Sie oder, eindeutiger definiert, eine in ihr liegende Spezialmulde erreicht man auf der Höhe bei Hüffelsheim. In sie kann man auf der Weiterfahrt westlich dieser Ortschaft einen Einblick nehmen. Zur Linken sieht man die morphologisch hervortretenden Höhen aus den Ergüssen der "Grenzlager" abfolge, bestehend aus Latitandesiten und Latiten, und ihre Zwischensedimente. Diese Ablagerungen gehen zum Hangenden und damit nordwärts in die fanglomeratartigen Schichten der Waderner Schichten über. Die zuletzt genannten Sedimente sind in der Senke, durch welche die Straße westwärts weiterführt, und darüber hinaus von den marinen Ablagerungen des Tertiärs (Mitteloligozän) bedeckt infolge der Tatsache, daß zur damaligen Zeit vom Mainzer Becken aus hier eine Bucht weiter westwärts reichte. Bei der Weiterfahrt taucht im Westen die Kirche von Waldböckelheim auf. Sie wie die Ortschaft selbst liegen auf einer tektonischen Kuppel, die sich aus den grauen Sand- und Tonsteinen der Lebacher Gruppe zusammensetzt. Diese tektonische Einheit trennt hier die schon genannte Spezialmulde von der im Nordwesten von ihr liegenden eigentlichen Nahemulde. Die Exkursion erreicht diese Kuppel bei Waldböckelheim und in dieser Ortschaft die B 41, der sie über die anschließenden Sedimente der Tholeyergruppe (vorwiegend Arkose) und jener des Oberrotliegenden, der Grenzlager- und Waderner Gruppe, durch die Ortschaft Steinhardterhof bis unmittelbar östlich Sobernheim folgt.

Keywords

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