Field trip guide

Exkursion in die Umgebung von Bad Münster am Stein - Ebernburg am 16. April 1974

Geib, Karl Wilhelm; Heyl, Karl Ernst

Kurzfassung

Das Auftreten der Heil- und Mineralwässer im unteren Nahetal hängt mit der Bildung des Oberrhein-Grabens und des Mainzer Beckens zusammen. Die begrenzenden Störungen dieser Senkungsräume reichen in das Rhyolith-Massiv. Bedeutend für die Mineralquellen ist hier vor allem die Nahetalverwerfung; sie trennt das Nahe-Bergland vom rhein-hessischen Senkungsfeld und setzt sich nach Süden in das Massiv fort. Der tiefe morphologische Einschnitt, den die Nahe in dem zerrütteten Gestein geschaffen hat, ermöglichte letztlich den Austritt von über 20 gefaßten und ungefaßten Mineralquellen in diesem Bereich. Von Bad Münster am Stein - Ebernburg sind als wichtigste Heilquellen die drei Fassungen ("Süd-, Mittel- und Nordquelle ") der "Rheingrafenquelle" und die "Hugo-" oder Huttenquelle" zu nennen, die alle im Bäderhaus liegen. Die früher ausschließlich zur Kochsalzgewinnung genutzten Quellen sind flach gefaßt. Sie sind nach den Begriffsbestimmungen für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen als Natrium-Chlorid-Thermen zu bezeichnen, die einen erhöhten Calcium-Gehalt besitzen. Messungen der Radioaktivität ergaben beachtliche Werte von Radon und Radiumsalzen, die wohl dem Rhyolith entstammen. Mit 29,2° C liegt die Temperatur der Rheingrafenquelle weit über dem für Thermen geforderten Grenzwert von 20° C. Die Herkunft der Heilwässer des unteren Nahetales ist in verschiedenster Weise gedeutet worden.

Keywords

field trip guideBad Münster am SteinEbernburgNahetalverwerfung