Field trip guide

Exkursion in das Pfälzer Sattelgewölbe und seine Umrandung am 19. April 1974

Atzbach, Otto; Dreyer, Gerhard; Stapf, Karl R.G.

Kurzfassung

Das Exkursionsgebiet liegt im zentralen Teil des Saar-Nahe-Gebietes, in dem Bereich des Pfälzer Sattelgewölbes, das auch morphologisch deutlich in Erscheinung tritt und als Nordpfälzer Bergland bezeichnet wird. Sowohl auf einer NE-SW verlaufenden Struktur des sogenannten " Pfälzer Hauptsattels", als auch auf zahlreichen weiteren, parallelen oder N-S bis NNE-SSW gerichteten Strukturen finden sich hier kuppelförmige (brachyantiklinale) Aufwölbungen, in denen die Schichtenfolgen des höheren Oberkarbons und des tieferen Unterrotliegenden zutage treten. Die Kuppelbildungen sind überwiegend intrusionstektonisch während der effusiven Phase des "Grenzlager- Vulkanismus" entstanden. Im Kern der Kuppeln sind heute die aktiv an der Aufwölbung beteiligten Intrusivgesteine (Rhyolithe) meist durch die Erosion freigelegt, wobei die Schichten in unmittelbarer Umrandung dieser intrusiven Dome in Steilstellung oder überkippter Lagerung aufgeschlossen sind, während sie in zunehmender Entfernung abnehmende Verstellungsbeträge zeigen. Die weitere tektonische Ausgestaltung des Pfälzer Sattelgewölbes vollzog sich nach dem Oberrotliegenden und zeigt deutliche Überprägung durch nachpermische Bruchbildungen. Die Exkursion führt zunächst in den Kern des Pfälzer Sattelgewölbes mit den ältesten Schichtenfolgen, sodann auf die Südostflanke des Sattels mit den jüngeren Einheiten des Profils. Die Exkursionsroute führt von Bad Münster am Stein-Ebernburg in SW-Richtung durch das Kreuznacher Rhyolith-Massiv und dann durch das gesamte Profil des Unterrotliegenden. Sie erreicht bei Wolfstein die Königsberg-Kuppel im Kern des Pfälzer Sattelgewölbes. Der erste Aufschluß gilt dem leicht diskordant in oberkarbonische Sedimente eingedrungenen lakkolithischen Rhyolithkörper.

Keywords

Pfälzer Sattelgewölbefield trip guideOberkarbonUnterrotliegendIntrusivgesteingermany