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Die mittelpleistozänen Schotter der unteren Murr (Baden- Württemberg) und ihre Säugetier-Faunen

Adam, Karl Dietrich

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 59 (1977), p. 83 - 89

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published: Dec 31, 1977

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Kurzfassung

Die im Eiszeitalter bei Steinheim an der Murr abgelagerten, fundreichen Schotter verdanken ihre Entstehung jungen Krustenbewegungen, wie dies bereits vor Jahrzehnten der um die Erd- und Landschaftsgeschichte Süddeutschlands so verdiente GEORG WAGNER aufzuzeigen vermochte. Er erkannte, daß die Murr einstens ihre Fracht dort liegen ließ, wo sie am weitesten in die nach dem nahen Pleidelsheim benannte, vom Neckar zur Bottwar streichende Mulde vorstieß; denn hier an der tektonisch tiefsten Stelle des Tales mußte als Reaktion des Flusses auf das damalige Absinken der Erdkruste aufgeschottert werden - ein Vorgang, der über lange Zeiten des Pleistozäns anhielt, unbeschadet des wechselvollen klimatischen Geschehens. Deshalb folgen auf die Sande mit Fossilien der Waldelefanten-Fauna die durch Reste von Steppenelefanten gekennzeichneten Kiese, wobei die Kontinuität der Ablagerung durch das aus dem Fundgut erschließbare, allmähliche Sichabändern des Säugetier-Bestandes bekundet wird. Dieses wiederum, der schrittweise Übergang von einer Tierwelt des Waldes zu einer solchen der Steppe, ist Ausdruck des während der Aufschotterung stattgehabten Wandels von einem Interglazial zu einem Glazial, und gleiches gilt auch für das beobachtbare, wechselnde Verhältnis von Sand zu Kies in tieferen und höheren Schichten. Hierin gibt sich der Einfluß des Klimas auf Verwitterung und Abtragung und wohl auch auf ein in Warm- und Kaltzeiten unterschiedliches Anfrachten durch Murr und Bottwar zu erkennen.

Abstract

I kw:mittelpleistozän,krustenbewegung,neckar,bottwar,murr,germany