Original paper

Die Grenze Zechstein/Buntsandstein in Hessen, Nordbayern und Baden-Württemberg

Käding, Karl-Christian

Kurzfassung

Die Grenze Zechstein/Buntsandstein läßt sich von Südniedersachsen bis nach Baden-Württemberg verfolgen. Die Schichten des oberen Zechsteins werden von der Bröckelschiefer-Folge durch eine basale Sandschüttung getrennt. Die Bröckelschiefer-Folge ist in sich durch eine zweite Sandlage geteilt. Die basalen Sande bzw. an den Beckenrändern auch Konglomerate lassen sich im gesamten Untersuchungsgebiet nachweisen. Die so definierte Bröckelschiefer-Folge ist im Gegensatz zu den Bröckelschiefern alter Auffassung stratigraphisch eingeengt. Es werden Sedimente, die regional unterschiedliche Zechstein-Serien vertreten und in Bröckelschieferfazies vorliegen, vom Buntsandstein getrennt. Ob die zwischen der Friesland-Serie und der Bröckelschiefer-Folge gezogene Grenze auch der Perm/Trias-Grenze entspricht, bleibt offen. Auf jeden Fall vollzieht sich zwischen der Unteren und der Oberen Bröckelschiefer-Folge eine Änderung der Sedimentationsbedingungen. Die Mächtigkeiten der einzelnen Serien nehmen von S nach N zu. Vom Liegenden zum Hangenden treten die Schwellen immer weniger hervor. Während des Zechsteins sind das fränkische und das Werra-Fulda-Becken noch deutlich erzgebirgisch ausgerichtet. Mit Beginn der Bröckelschiefer-Folge verlagert sich die Sedimentationsrinne in die rheinische Richtung. Im oberen Zechstein erreichen die Ton- und Schluffsteine die größten Mächtigkeiten im Bereich des Sollings. Der Untere Aller-Ton (Roter Salzton, T4) wird hier bis zu 35 m mächtig. Dagegen geht südlich der Hunsrück-Oberharz-Schwelle die Sedimentationsrate im T4 auf weniger als 1-3 m zurück. Auf den Schwellen existieren während des Zechsteins sedimentfreie Hochlagen. Das Z4-Meer stößt unter Ausscheidung des Aller-Anhydrits noch einmal weit nach Süddeutschland vor. Über dem A4 liegen im Solling 80-100 m Aller-Steinsalz. Es treten also letztmalig im Zechstein 4 große Mächtigkeitsunterschiede zwischen dem Solling-Trog und dem sich südlich anschließenden Ablagerungsraum auf. Zu Beginn des Buntsandsteins greift die Bröckelschiefer-Folge über die auf den Schwellen noch erhaltenen Inselkerne transgressiv hinweg. In Süddeutschland tritt in den Bohrungen Allmersbach B1 und Cannstatt klastischer Zechstein mit Mächtigkeiten von 83 m bzw. 69 m auf. Diese Sedimente wurden bisher in den Buntsandstein bzw. in das Rotliegende gestellt.

Keywords

zechsteinbuntsandsteinhessennorthern bavariabaden-württemberggermany