Field trip guide

Exkursion B durch den Buntsandstein des Nordspessarts am 30. März 1978

Diederich, Gisbert

Kurzfassung

Im Nordspessart wird das kristalline Grundgebirge, das im sogenannten Vorspessart und als Klippe noch einmal bei Bieber zutage ausgeht, von permischem (Rotliegendes und Zechstein; örtlich jedoch fehlend!) und sodann von mächtigem triassischem Deckgebirge überlagert. Nach Mächtigkeit und Verbreitung kommt der im Mittel um 580 m erreichenden Schichtenfolge des Buntsandsteins die größte Bedeutung zu. Diese bis auf die einleitenden und die ausklingenden Schüttungen ganz überwiegend sandig ausgebildete Gesteinsserie zeigt bei einem Vergleich mit nord- oder süddeutschen Verbreitungsgebieten gerade im Nordspessart eine deutlichere Gleichförmigkeit und erstaunlich wenige Differenzierungen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß im Buntsandstein dieses Gebiet paläogeographisch vorwiegend im Übergangsbereich der gröberen süddeutschen Randfazies und der schluff- und tonreicheren norddeutschen Beckenfazies lag und somit fein- bis mittelkörnige Sandsteine den Hauptsedimenttyp bilden. Beispielsweise verliert der sich lithologisch noch im Odenwald und Südspessart deutlich abhebende ECKsche Geröllhorizont sich im Nordspessart mehr und mehr und gleicht sich im Gesteinstyp den feinkörnigen Sandsteinen des Liegenden und Hangenden an. Demgemäß trafen auch die in Süd- und Norddeutschland unterschiedlichen Auffassungen einer Buntsandsteingliederung von jeher im nördlichen Spessart, an der Landesgrenze Bayern (süddeutsche Buntsandsteingliederung ) /Hessen (norddeutsche Buntsandsteingliederung), aufeinander. Nach frühen Erkenntnissen über die richtige Parallelisierung der beiden Buntsandsteingliederungen (ECK 1884; THÜRACH 1894; CHELIUS & KLEMM 1894) wirkte GRUPES (1914, 406) Ansicht, daß der süddeutsche ECKsche Geröllhorizont dem norddeutschen (und im Schichtenprofil rd. 200 m höher gelegenen!) Mittleren Geröllhorizont entspreche und somit auch die Stufen des Unteren und Mittleren Buntsandsteins in beiden Gliederungsbereichen einander ident seien, lange Zeit hemmend. Erst relativ spät wurden durch VOLLRATH (1939) und GUNZERT (1954, 1958) diese stratigraphischen Unstimmigkeiten endgültig ausgeräumt. In den letzten Jahrzehnten erbrachten dann zahlreiche regionale und örtliche Neubearbeitungen der Buntsandsteingliederung soviel Übereinstimmung (DIEDERICH & LAEMMLEN 1969), daß bis auf unbedeutende Feinheiten eine einheitliche Gliederungsweise gewährleistet ist (Arbeitsausschuß Buntsandstein der Geologischen Landesämter 1974, RICHTER-BERNBURG 1974).

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