Field trip guide

Exkursion in das Paläozoikum des Frankenwaldes (Gebiet nordwestlich der Münchberger Gneismasse) (Exkursion F am 25. April 1981)

Gandl, Josef

Kurzfassung

Im Frankenwald läßt sich in der näheren Umgebung der Münchberger Gneismasse in fast allen paläozoischen Systemen (Formationen) eine besondere Fazies-Entwicklung feststellen, die von der üblichen Entwicklung in weiterer Entfernung deutlich abweicht. Diese Sonderentwicklung wird seit WURM (1927) als "Bayerische Fazies" der "Thüringischen" Normalfazies gegenübergestellt. Die Kenntnis davon geht aber in ihren Ansätzen bis auf GÜMBEL zurück, der schon 1879 in seinen "Unteren Kulmschichten" eine "Fichtelgebirgsfazies", u. a. mit dem "Berg- oder Kulmkalk" von einer "Thüringischen Dachschieferfazies" unterschied. Eine allgemeine Charakterisierung von "Bayerischer" oder "Thüringischer Fazies", die gleichermaßen für alle vertretenen Systeme gelten könnte (z. B. vorwiegend Flachwasser- oder Tiefwasser-Ablagerungen bzw. starker oder schwacher Vulkanismus in einer von beiden), läßt sich leider nicht geben. Als einziges Kriterium übergeordneter Art könnte für den Raum der "Bayer. F." allenfalls die noch größere Lückenhaftigkeit der Entwicklung, insbesondere im Devon und Karbon, angegeben werden. Diese läßt, neben anderen Anhaltspunkten, darauf schließen, daß für die Sonderentwicklung der "Bayer. F." letztlich ein - wie auch immer gearteter - Störkörper im Untergrund verantwortlich war, dessen Zentrum im Raume der heutigen Münchberger Gneismasse zu suchen ist.

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