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Die Entstehung der Laichinger Tiefenhöhle (Mittlere Schwäbische Alb)

Glöckler, Konrad; Ufrecht, Wolfgang

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 65 (1983), p. 223 - 242

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published: Apr 5, 1983

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Kurzfassung

Die Laichinger Tiefenhöhle liegt in den verschwammten, z. T. dolomitischen Kalken des Weißen Jura delta 3 und 4. Die Glaukonitbank verdeutlicht das durch die Verschwammung hervorgerufene submarine Relief. Sie ist speläogenetisch kaum von Bedeutung. Die 80 m tiefe Höhle kann morphologisch in zwei horizontal und zwei vertikal orientierte verschieden alte Teilbereiche gegliedert werden. Auffallend sind zwei horizontale Niveaus zwischen 750 und 735 m NN mit einer Dominanz der Gangrichtung um ENE-WSW sowie zwischen 735 und 720 m NN mit einem Gangrichtungsverlauf um NNE-SSW und NNW-SSE. Beide Systeme sind zwar an Klüfte gebunden, ohne dabei jedoch Hauptkluftrichtungen zu bevorzugen. In den Niveaus sind zwei karsthydrographische Entwicklungsphasen zu sehen. Das obere Niveau kann mit Terrassenleisten des Langen Tals - Kleinen Lautertals und schließlich mit dem Terrassenzug nach dem Beginn der Kerbtaleintiefung im alten Donautal (dem heutigen Ach-Blautal ) verbunden werden. Noch vor Ausbildung des tieferen jüngeren Niveaus schwenkte die Entwässerung nach Süden um in den auch heute noch andauernden Zustand. Die Höhlenniveaus entstanden in der seichtphreatischen Zone. Im Gegensatz dazu stehen die unter vadosen Bedingungen geformten Ostschächte. Beziehungen zur Flußgeschichte und zum Höhleninhalt erlauben eine Datierung der Tiefenhöhle in das Altpleistozän.

Abstract

The Laichinger Tiefenhöhle is situated in the algal-sponge-reef Upper Jurassic limestone delta 3 and 4 which is dolomitizied in its upper part. Otherwise it outcrops as facies with almost pure micritic limestone. The Glaukonitbank in a depth of about 40 m illustrates the submarine relief. The speleogenetic significance of the bedding-joint is less important. The cave, 80 m deep and 1100 m long, can morphologically be structured in two horizontally and two vertically orientated parts of different age. Two horizontal levels between 750- 735 m NN and 735-720 m NN attract attention. This formation reflects two karst hydrographic phases of development. The upper level, concerning the altitude, can be linked via terrace banks of the Langes Tal - Kleines Lautertal to those in the original valley of the Danube. Before the formation of the lower and therefore younger level, the drainage turns south into its present state. The cave levels were built up in the field of the shallow phreatic zone. The eastern shafts probably developed under vadose conditions. Relations to the development of the Danube as well as to the cave filling indicate a pleistocene age of the Laichinger Tiefenhöhle.

Keywords

laichinger tiefenhöhleupper jurassiclimestonekarstdanubegermany