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Bau, Untergrund und Herkunft der Allgäuer Faltenmolasse

Müller, Manfred

Kurzfassung

Reflexionsseismische Untersuchungen in der Allgäuer Faltenmolasse-Zone zeigen, daß die drei nördlichen Schuppen untertägig weit nach S reichen und nur die auf deren Südenden aufgeschobene Steineberg-Mulde eine echte Mulde darstellt. Es wird die Aussage begründet, daß die Faltenmolasse weitgehend passiv vor den heranrückenden höheren Decken nach N auswich. Die seismisch erkennbare Überschiebungsbahn fällt flach nach S und verbleibt über eine weite Strecke in den Rupel-Tonmergeln; erst an der vortektonischen Position des Faltenmolasse-Südrandes greift sie in die eozänen Molassebasis-Schichten ein. Die Rekonstruktion des "vortektonischen Zustandes" der Faltenmolasse zeigt, daß deren Südrand mehr als 30 km nach N bewegt wurde. An der AbrißsteIle der Faltenmolasse waren mindestens 2000 m Molasse abgelagert, so daß ihr südlicher Verbreitungsrand - wobei eine sehr rasche Ausdünnung nach S unterstellt wird - weitere 15-20 km südlich zu suchen ist. Erst von da, dem heutigen Stanzer Tal in Tirol, ab ist die vortektonische Position des Helvetikums anzunehmen.

Keywords

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