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Schotteruntersuchungen zur plio-pleistozänen Landschaftsentwicklung im südlichen Fichtelgebirgsvorland

Drexler, Otto; Emmert, Ulrich

Kurzfassung

Die plio-pleistozänen Ablagerungen (Hochschotter, Wanderschutt, Terrassenkiese ) des Naabsystems am Südrand des Fichtelgebirges sind neu kartiert worden. Auf der "Europäischen Wasserscheide" (540-560 m über NN) östlich von Weidenberg liegt eine Hochschotterdecke, die stellenweise über 6 m mächtig ist, wie 4 Sondierungsbohrungen zeigten. Eine gut 6 m tiefe Baggerung, die das Liegende der Decke nicht erreichte, erschloß schlecht gerundete und schlecht sortierte, postsedimentär nur mäßig verwitterte Vollschotter aus Fichtelgebirgsmaterial. Diese zeigen SW-gerichtete fluviale, torrenteartige Schüttungen mit schwach ausgeprägter Schichtung. Als Sedimentationszeit wird die plio-pleistozäne Übergangsphase angenommen. - Weil in der Hochschotterdecke keine silurischen Lyditgerölle vorkommen, ist die Annahme berechtigt, daß die Ur-Naab weder zur Untermiozän-Zeit (WURM 1934), noch zur Pliozän-Zeit (TILLMANNS 1977) jemals über die Wasserscheide hinaus bis zum Frankenwald gereicht hat. Die dunklen Lyditgerölle in den Flußterrassen des Naabtales können auch von Kieselschiefervorkommen stammen, die südlich des Fichtelgebirges anstehen. - Die Entwicklung der Landschaft am Fuße des Fichtelgebirges wird kurz erläutert.

Keywords

pliocenepleistocenegravelsterracesgermany