Field trip guide

Hangrutschrisiken, Buntsandsteinstratigraphie und alter Mühlsteinbergbau bei Waldshut (Exkursion A am 28. März 1989)

Falkenstein, Franz; Koerner, Ulf

Kurzfassung

Im geologischen jungen (pleistozän) ausgeprägten Rheintal und seinen Seitentälern streichen in den talseitigen Hangabschnitten die Schichten des Mittleren und Unteren Muschelkalks zu Tage aus. Die Mergelsteinschichten des mu bilden die stauende Sohlschicht für das im verkarsteten mo und im zum Teil ausgelaugten mm versitzende Tagwasser, das unter mächtigen Hangschutt- oder Bergsturzmassen zu Tale fließt und in z. T. recht ergiebigen Hangschutt-Quellen wieder an die Oberfläche kommt. Bei diesem Aufbau des Gebirges und Hangneigungen zwischen 10° und 25° bildet jeder größere künstliche Eingriff oder die Aufschüttung von Bodenmassen eine so kritische Störung des Stabilitätszustands, daß dies zu umfangreichen Rutschungen führen kann. So stellte auch der tiefe Voreinschnitt beim Bau des Fensterstollens der Schluchseewerk AG 1944 eine so massive Störung der Stabilität der Hangschuttmassen dar, daß ein großflächiger (- 2 Hektar) Geländebruch ausgelöst wurde. Dieses Ereignis behinderte die bauliche Nutzung des Baugebiets "West" noch auf Jahrzehnte. Trotzdem dehnten sich die Neubaugebiete immer mehr in dieser Richtung aus, da die schöne und relativ nahe Lage zum Stadtzentrum dazu Anreiz boten. 1970 entschloß man sich dann trotz aller Bedenken, auch das alte Hangrutschgebiet unter Beachtung entsprechender Sicherungsmaßnahmen baulich zu nutzen (Ausbildung der Untergeschosse mit Fundamenten als steife Kästen, Einbau von Drainagen, abschnittsweiser Aushub von Baugruben oder Baugrubenverbau). Ähnlich wurde auch bei Straßenbaumaßnahmen verfahren. Trotzdem ergaben sich bei den Baumaßnahmen immer wieder Probleme - vor allem dann, wenn die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen nicht beachtet oder auch nicht bekannt waren.

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