Field trip guide

Quartär und Grundgebirge im zentralen Hotzenwald (Exkursion E am 30. März 1989)

Groschopf, Rainer; Sawatzki, Georg

Kurzfassung

Der Hotzenwald ist der südöstlichste Teil des tektonisch herausgehobenen und nach SE fallenden Schwarzwaldschildes. Er liegt südlich von der als Südschwarzwälder Hauptbewegungszone aufgefaßten Devon-Karbonzone von Badenweiler-Lenzkirch. Er bildet eine nach S fallende und nach SE unter das Deckgebirge abtauchende abwechslungsreiche Grundgebirgslandschaft, die von den tief und steil eingeschnittenen Rheinzubringern (im Exkursionsgebiet Alb, Murg und Wehra) und ihren Nebenbächen stark gegliedert ist. Am Hochrhein taucht das kristalline Grundgebirge nach S unter den Schweizerischen Tafeljura ab. METZ hat 1980 den bis dahin erarbeiteten geologischen Wissensstand in seiner "Geologischen Landeskunde des Hotzenwalds" aufgearbeitet und zusammenfassend dargestellt. Für ergänzende Fragen wird auf dieses Werk verwiesen. Das Exkursionsgebiet wird zu mehr als zwei Dritteln aus verschiedenen, makroskopisch unterscheidbaren, variscischen Granitmassiven, dunklen sowie hellen Ganggesteinen und deren Rahmengesteinen, den praevariscischen Gneisen und Gneisanatexiten aufgebaut. Letztere werden regional in mehrere unterschiedliche Varietäten untergliedert. Im NW und N die meist flaserigen, straff geschieferten, hellen kalifeldspatreichen und oft granatführenden, z. T. deutlich metablastischen Gneisanatexite vom Typ Todtmoos und Horbach, deren straffe Schieferung in stärker anatektischen Bereichen verschwimmt. Sie sind bereichsweise sehr intensiv mit Granitadern, Schlieren und Gängen sowie Aplitgraniten, Granodioriten und pegmatoiden Mobilisaten verwoben. Im Süden herrschen die meist cordieritreichen, oft sillimanitführenden Gneisanatexite und die Gneise des Typs Hauensteiner Murgtal vor.

Keywords

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