Field trip guide

Geologie des Rheinfalls (Exkursion B, Teil 1, am 28. März 1989)

Hofmann, Franz

Kurzfassung

Der Rheinfall liegt im Grenzgebiet zwischen dem schweizerischen Molassebecken und dem schwach nach Südosten einfallenden Tafeljura und ist das Ergebnis einer weit in das Pleistozän zurückreichenden Landschaftsgeschichte. Zur Zeit des Mindel-Riss-Interglazials floss der Rhein von Radolfzell her über Singen und Schaffhausen direkt durch den Klettgau Richtung Waldshut. Er erodierte damals in einem bereits vorher existierenden, teilweise mit jüngerem Deckenschotter aufgefüllten Tal (Felsniveau im Oberklettgau auf etwa 480 m, Oberkante Deckenschotterfüllung auf etwa 510 m) zunächst eine Rinne bis auf etwa 340 m Meereshöhe. Dieses Tal wurde wohl im Zusammenhang mit den risszeitlichen Eisvorstössen bis auf etwa 480 m Höhe aufgeschottert, aber noch frührisszeitlich wieder auf etwa 440/450 m ausgeräumt. Als Folge risszeitlicher Eisvorstösse (Riss II?) wurde der östliche Eingang zum Oberklettgau mit teilweise lehmigen Schottern und Moränen blockiert. Dies führte zur Ablenkung des Rheins von Schaffhausen gegen Süden zum Thurtal und Rafzerfeld.

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