Original paper

Geschichtlicher Überblick über das Land Waldeck und den Tagungsort Bad Wildungen

Stengel-Rutkowski, Witigo

Kurzfassung

Die Lage des weltbekannten Heilbades wird vom Gegensatz zwischen der engräumigen Kuppenlandschaft des nach Nordhessen hineinragenden Kellerwaldspornes des Rheinischen Schiefergebirges im Westen und der niederhessischen Beckenlandschaft im Osten bestimmt. Zwischen beiden Landschaften vermitteln die Schichtstufen des Zechsteins und des Buntsandsteins in Begleitung des sich in das Fritzlarer Becken hineinziehenden Edertales, überragt im Norden und Nordosten von Basaltkegeln als Ausläufer des jungvulkanischen Habichtswaldes. Der Fund des Neandertaler-Schädelfragmentes von Rhünda, unweit Wabern, E von Bad Wildungen und Werkzeuge mit Knochen erlegter Tiere am Felsvorsprung Hundsköppel, im Netzetal, N Buhlen, deuten einen uralten Siedlungsraum an, der sich freilich vor allem in die lößbedeckten Senken E des Schiefergebirges erstreckt. Jungsteinzeitliche Funde um Bergheim und Wellen im Edertal, NE Bad Wildungen und das rd. 1O km NE gelegene Steinkistengrab zwischen Züschen und Lohne (Michelsberger Kultur; Megalithkultur) unterstreichen seine Bedeutung. Spätere Epochen bevorzugten dagegen eher die besser gangbaren und übersichtlichen Höhen (Hügelgräberbronzezeit; Latene-Kelten). An ihnen entwickelten sich die ältesten Verkehrsnetze, von denen vor allem die Wein-(Wagen-)straße als über Marburg-Frankenberg-Korbach führende Verbindung von Süd- nach Norddeutschland, und die Fritzlarer Straße (Amöneburger Becken - Fritzlar) erwähnt werden sollen.

Keywords

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