Field trip guide

Buntsandstein und Muschelkalk am Westrand der Hessischen Senke (Exkursion H am 6. April 1991)

Horn, M.

Kurzfassung

Das Gebiet zwischen Kassel und dem Rheinischen Schiefergebirge wird von Triasgesteinen aufgebaut, die generell nach E und NE zum Zentralteil der Hessischen Senke hin geneigt sind. Es umfaßt Teile der beiden großen tektonischen Einheiten Nordhessens, der Schiefergebirgs-Scholle im W und der Solling-Scholle im E. Beide werden durch eine schmale Dislokationszone getrennt, die als eine Reihe von Gräben vom Egge-Gebirge im N bis in den Raum östlich des Kellerwaldes im S zieht ("Egge-Lineament"). Die einzelnen z. T. gegeneinander versetzten Gräben sind mit zahlreichen Lokalnamen belegt worden. Der von Zechstein- und vorwiegend Triasgesteinen (fast ausschließlich Unterer und Mittlerer Buntsandstein) bedeckte NE-Rand der Schiefergebirgs-Scholle wird als Arolsener Scholle bezeichnet. Sie wird durch mehrere, ungefähr parallel zum Egge-Lineament verlaufende kleinere Grabenzonen in treppenförmig zur Hessischen Senke abgesetzte Schollen zerlegt. Die Arolsener Scholle zeigt in sich keine größeren Verbiegungen. Die Solling-Scholle ist dagegen durch weitspannige Aufwölbungen (z. B. Solling-Gewölbe) und Einsenkungen (Borgentreicher Mulde) gekennzeichnet, bei deren Entstehung halotektonische Vorgänge eine Rolle gespielt haben (der W-Rand zusammenhängender salinarer Sedimentation im Zechstein 1 wird im Bereich des Egge-Lineamentes vermutet). Der SW-Teil der Solling-Scholle im Gebiet W und SW Kassel ist durch herzynisch streichende Störungszonen (Warburger Störungszone, Kasseler Graben, Hornberger Graben) in einzelne kleinere Teilschollen aufgeteilt. Die komplizierten Verwerfungssysteme der Störungszonen sind nach Meiburg (1982) das Ergebnis einer sinistralen S-N-Bewegung der Solling-Scholle entlang dem Egge-Lineament.

Keywords

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