Field trip guide

Aufgelassener Braunkohlenbergbau bei Borken (Hessen) (Exkursion D am 4. April 1991)

Rambow, Dietrich; Schmeisky, Helge

Kurzfassung

Das Braunkohlenvorkommen von Borken (Hessen) liegt am Westrand der Niederhessischen Tertiärsenke. Im Westen grenzt an das kohleführende Tertiär der Mittlere Buntsandstein. 5-6 km weiter westlich liegen, von einem schmalen Zechsteinstreifen umgeben, die gefalteten paläozoischen Sedimente des Kellerwaldes (Rheinisches Schiefergebirge). Das kohlehöffige Gebiet mißt etwa 15 km in N-S und etwa 7 km in West-Ost-Richtung. Es ist ein bauwürdiges Flöz "Borkener Flöz" an der Basis der tertiären Schichtenfolge (Eozän) ausgebildet. Es ist auch in anderen Gebieten Nordhessens bauwürdig. Das Floren-Spektrum (Pollen und Sporen) des Borkener Flözes wird als "Borkener Bild" bezeichnet. Die zweite in Hessen wichtige Flözgruppe ist das Frielendorfer Flöz des höchsten Oberoligozäns/tiefsten Miozäns (Basis Flöz = "Unteres Rheinisches Bild"). Im Gebiet von Borken wurde Braunkohle im Tief- und Tagebau abgebaut. Der Braunkohlenabbau wurde am 31.3.1991 eingestellt. Das Kraftwerk Borken, in dem die Kohle verfeuert wurde, wurde am gleichen Tag abgeschaltet. Auf der Exkursion werden die geologische Situation, die Stratigraphie des Tertiärs, die verschiedenen Formen des Kohleabbaues, die Hydrogeologie, insbesondere die weitreichenden Folgen der Grundwasserhaltung im Tagebau Altenburg 4, die Rekultivierung und die Nachfolgenutzung eines aufgelassenen Bergbaugebietes (insbesondere Tagebaue) erläutert. Die 100 m und mehr mächtige tertiäre Schichtenfolge reicht vom Eozän bis in das Oberoligozän, weiter im Osten bis in das Miozän. Da es derzeit kaum Aufschlüsse im Tertiär bei Borken gibt, die größere Teile der Schichtenfolge offenlegen, kann die Schichtfolge nicht vorgeführt werden.

Keywords

BraunkohlenbergbauBorkenfield trip guideEozänFrielendorfer FlözTertiärOberoligozän