Field trip guide

Die Heilquellen von Bad Wildungen - Kraftwerk Edersee (Exkursion G am 5. April 1991)

Hölting, Bernward

Kurzfassung

Bei Wiederentdeckung der Königsquelle unterhalb Schloß Friedrichstein im Jahre 1869 durch den Sanitätsrat Dr. RÖRIG wurden unter einer rd. 3 m mächtigen Geröllschicht Reste einer primitiven Holzfassung und ein latene-zeitliches (um 400 v. Chr.) Hügelgrab gefunden, Zeugen der bisher ältesten bekannten Nutzung der Mineralquellen von Bad Wildungen. Die geschichtlichen Urkunden reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. In einer Schrift aus dem Jahre 1725 (OVELGUN) wird von Versen aus dem Jahre 1378 am Hauptaltar der Stadtkirche Bad Wildungen berichtet, nach denen das Wasser des "Sauerbrunnens" (heute: Georg-Viktor-Quelle) über eine hölzerne Rohrleitung in die Altstadt als Trinkwasser geleitet wurde. 1581 befaßte sich JACOB-THEODOR, genannt TABERNAEMONTANUS, eingehend mit der Stadt- (heute: Georg-Viktor-) und der Tal-Quelle, erwähnte allerdings nicht den Salzbrunnen (Helenen-Quelle). Die heilende Wirkung bei Blasen-, Nieren- und Verdauungserkrankungen war damals bereits bekannt. Die erste Blütezeit als Bad erlebte die Stadt im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert, geriet dann aber in Vergessenheit. Der Aufschwung bis in die heutige Zeit begann im Jahre 1831, als der seinerzeit berühmte Arzt Hufeland auf die Wirkung der Mineralquellen hinwies. Das Bad gewann immer mehr an Bedeutung und verfügt heute über die modernsten Kureinrichtungen. Ein von DENCKMANN im Jahre 1905 bearbeitetes Gutachten bildete die Grundlage für das erste Heilquellenschutzgebiet Bad Wildungen, das durch ein Waldeckisches Gesetz am 21.7.1906 rechtskräftig wurde. Dieses Heilquellenschutzgebiet, das ausschließlich den sog. quantitativen Schutz (Erhaltung der Schüttung der Quellen) gewährte, wurde im Jahre 1977 durch ein den heutigen Vorschriften entsprechendes Heilquellenschutzgebiet abgelöst, das sowohl den quantitativen als auch qualitativen (Erhaltung der Heilwasserbeschaffenheit) Schutz umfaßt.

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