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Vergleich der Mauerer Sande mit den datierten Bohrprofilen aus dem Heidelberger Neckarschwemmfächer

Fezer, Fritz; Meier-Hilbert, Gerhard; Schloss, Siegfried

Kurzfassung

Die Mauerer Sande sind sehr gut untersucht; aber die Schichten haben vier Mängel. Sie hängen nicht mit anderen Schotterlagern zusammen, sind nicht vollständig abgelagert, einzelne Schichten sind nachträglich erodiert, in anderen sind die Kalke herausgewittert . Im Heidelberger Neckarschwemmfächer ist die Klimageschichte in zehnmal größerem Maßstab überliefert, weil sich die Bergstraßen-Tiefscholle sehr schnell tektonisch senkt. Bei der Deutung des Bohrprofils Entensee tasteten wir uns schrittweise nach unten, um es in die Quartärstratigraphie einzuhängen. Im obersten Grobschotterpaket wandeln sich die Anteile verschiedener Gesteine unter den Geröllen parallel zu den detaillierten Würm-Weichsel-Wisconsin-Klimakurven. Als Zweites wurden in Würm- und Eem-Proben das Verhältnis Uran zu Thorium bestimmt und daraus das Alter berechnet. Im folgenden Schritt wurde das zweite und dritte Kiespaket den Eiszeiten "Riß/ Warthe" und "MindeIlSaale" zugeordnet. Abstände und Mächtigkeiten passen zu den Zeitangaben bei SHACKLETON und STREMME. In einem Test wurden jene auf einer Abszisse abgetragen, die Teufe auf der Ordinate; Lote und Teufenlinien schneiden sich; diese Punkte lassen sich zu einer mäßig gekrümmten Kurve verbinden. Der Neckar hat also gleichmäßig und allmählich immer stärker aufgeschottert. Der vierte Schritt galt dem Altquartär. Unterhalb von -200 m heben sich die geröllführenden Schichten nicht mehr so deutlich von den warrnzeitlichen Silten ab und sind auch dünner. In SHACKLETONS Klimakurve sind die entsprechenden Abschnitte ebenfalls kürzer und die Amplituden geringer. Seinen Enden der kühlen Perioden lassen sich die Obergrenzen der gröberen Sedimente in Heidelberg zuordnen. Als Test dient wiederum die Kurve der Schnittpunkte auf Abb. 3. Im fünften Arbeitsschritt wurden in den Neckarschottern die Anteile der einzelnen Gesteinsarten verglichen und mit flußgeschichtlichen Ereignissen in Verbindung gebracht. Demnach paßt die Schicht, in welcher der Mensch von Mauer lag, am besten zum 250-260m-Bereich der Heidelberger Bohrung, nicht nur in den ziffernmäßigen Gehalten an Kies oder Silt, Buntsandstein, Keupersandstein und Jurakalk-Geröllen, sondern vor allem in den Trends, Maxima und Minima. Der Homo erectus heidelbergensis lebte in einer kühlen Periode und dürfte 500-550000 Jahre alt sein.

Abstract

In Mauer, in an abandoned meander of the Neckar river, the lowerjaw ofthe "Homo erectus heidelbergensis" was found (1907). Since then, bones, loess, loam and sand were thoroughly analyzed, but the question: How old is the oldest European man? was answered differently. We searched for parallel developments and found them in the complete layers in the Neckar fan west of Heidelberg. There, the comparable gravel and loam beds had sunk down to 260m depth. The trends, maxima and minima of grain proportions and of sand- and limestone pebbles run parallel in Heidelberg and Mauer. On the other hand, the average grain size curve of the drilling "Entensee" runs parallel to the global Quaternary stratigraphy. Transfering the dating from the ocean to the fluvial sediments of Heidelberg and finally to the Mauer strata, we estimate the age of the Heidelberg man as 500-550000 years B.P.

Résumé

Les Sables de Mauer sont très bien étudiés; mais les strates présentent 4 défauts. Elles ne sont pas entièrement sédimenté, des strates individuelles ont été érodé et enfin, un part de calcaires sont désagregés. L'histoire du c1imat dans les compartiments du Neckar à Heidelberg est mieux connu, car les profondes plaques de la Bergstrasse s'enfoncent très rapidement sous l'effet de la tectonique. Les matériaux grossiers se laissent bien ordonnés suivant les différentes périodes glaciaires, la glaise de la période de rechauffement comprend du silt et du sable fin. Les dates de changement du c1imat par la stratigraphie océanique (méthode physique) sont exactements, dans leur granulations, identiques dans les sédiments de Heidelberg . Une deuxième étape sera de rechercher par tranches les 5 profils de Heidelberg qui suivent parallèlement les profils de Mauer de la période forestière. En outre le silt de 260 m de profondeur présentait une bonne conformité, non pas dans les nombreuses parties écroulées de silt, de grès bigarre, de sable du Keuperet de calcaires jurassiques, mais avant tout dans les téndences, maximum et minimum. Homo erectus heidelbergensis serait donc agé de 500-550000 ans.

Keywords

heidelberggermanyneckar rivergravelloammauer strataquaternaryhomo erectus heidelbergensis