Field trip guide

Die Heilquellen im Raum Bad Kissingen. (Exkursion A am 5.April 1994

Bärle, Frank; Udluff, Peter

Kurzfassung

Die Historie berühmter Heilbäder reicht meist weit zurück, da bereits in der Vergangenheit an diesen hydrogeologisch prädestinierten Orten frei austretende Quellen besonderer Beschaffenheit, sei es nun im Mineralstoffgehalt, in der Temperatur oder im Gasaustritt entdeckt und verschiedenartigen Nutzungen zugeführt wurden. Dies gilt auch für Bad Kissingen. Aus einem Bericht von Tacitus, 59 n. Chr., über den Kampf der Chatten mit den Hermunduren um frei austretende Salzquellen an einem Fluß lassen sich erste Rückschlüsse auf die Bedeutung der Quellen im Saaletal zur Salzgewinnung ableiten. Die Salzsiederei erreichte dann im späten Mittelalter ihren Höhepunkt und wurde erst im Jahre 1867 eingestellt. Von den Quellen, die nördlich von Bad Kissingen hierfür im Saaletal genutzt wurden, existieren heute noch der "Runde Brunnen" und der "Schönbornsprudel", die in den Jahren 1956-1960 und 1962-1965 in 92 m bzw. 470 m Tiefe neu gefaßt wurden und dem Kurbetrieb zur Verfügung stehen. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzende Suche nach Kalisalzen führte im Jahr 1906 zur Erbohrung des "Luitpoldsprudels" in einer Tiefe von 578 m. Er stellt wegen der chemischen Unterschiede zu den anderen Quellen eine wichtige Kurmittel-Ergänzung in Bad Kissingen dar. Während sich also eine Quellengruppe im nördlichen Saaletal befindet und in der Vergangenheit besonders der Salzgewinnung diente, liegen die anderen Quellen, nämlich "Maxbrunnen", "Rakoczy" und "Pandur" unmittelbar im Kurgartenbereich. Diese drei Kurgartenquellen sind Grundlage und Herz des Kissinger Kurbetriebes.

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