Original paper

Subglaziale Hohlformen im außeralpinen Mitteleuropa

Ortlam, Dieter

Kurzfassung

Es werden zahlreiche Hohlformen auf Felsgruppen in Gipfel-, Kamm-, Sattel und Hangpositionen vieler Gebirge des außeralpinen Mitteleuropas beschrieben. Ihre Entstehung läßt sich auf herabstürzende subglaziale Schmelzwässer in Gletscherspalten zurückführen. Sie werden daher als Gletschermühlen und Wasserablaufrinnen gedeutet. Zwei Modelle für das Inlandeis und für den Talgletscher werden vorgestellt, die direkt mit den Bedingungen an der Peripherie des südgrönländischen Inlandeises (bis 500 m Eisdicke) bzw. mit den alpinen Bedingungen verglichen werden können. Die nordische und alpine Inlandvereisung sowie die Eigenvergletscherung der Mittelgebirge dürften in älteren Kaltzeiten eine größere Ausdehnung auf Kosten der Periglazialgebiete einnehmen als dies bisher vermutet wurde. Die als Gletschertöpfe nachgewiesenen subglazialen Hohlformen lassen sich deutlich von anthropogen geschaffenen Hohlformen unterscheiden.

Abstract

Different concavities are described on rocks in the position of summits, cretes, cols and of slopes in several ranges of nonalpine Central Europe. Their origin can be explained by downfalling meltwater along crevasses in a subglacial position. Therefore they are interpreted as glacier mills and subglacial water channels. Two models are presented for the inland ice and for the glaciers of the valley which can be directly compared with the conditions of the marginal inland ice in southern Greenland (500 m thickness of the ice) and/or with the alpine conditions, respectively. Including the self-glaciation of the lower ranges, the area of the northern and alpine glaciation was more extended during earlier glaciations in comparison with the periglacial areas which are known until today. The concavities which are now explained as subglacial glacier pots can be distinguished from the man-made concavities.

Keywords

meltwaterGreenlandsubglacial