Field trip guide

Der Buntsandstein der Nordvogesen. (Exkursion F am 20. April 1995)

Gall, Jean-Claude; Grauvogel-Stamm, Léa; Papier, Francine

Kurzfassung

In den Nordvogesen oder Sandsteinvogesen entspricht das Deckgebirge einer mächtigen Ablagerung klastischer Sedimente aus dem Perm und der Unteren Trias. Die grobkörnigen Gesteine des Rotliegend lagerten sich in Becken des herzynischen Grundgebirges ab. Die Sandsteine des Buntsandsteins dagegen haben eine viel größere Verbreitung und bilden eine Decke, die sich weit nach Norden und in die Pfalz ausbreitet. Sie gehören zur Randfazies des germanischen Beckens. Tabelle 1 zeigt den lithostratigraphischen Aufbau des Buntsandsteins im linksrheinischen Gebiet. Die Gesamtmächtigkeit der Unteren Trias nimmt gegen Süd-Westen stark ab. Die mächtigen Ablagerungen von roten Sandsteinen entstanden als Erosionsprodukte eines herzynischen Hochlandes, das im Raum des rezenten Pariser Beckens lag (Gallisches Festland). Zur Zeit des Unteren und Mittleren Buntsandsteins wurden die Sedimente durch ein Netz hin- und herpendelnder Flüsse auf einer flachen Schwemmlandebene abgelagert . In den Rinnen entstanden Sandsteinlinsen mit Schrägschichtung. Zwischen den Flußarmen befanden sich kurzfristige Wasserbecken, in denen sich die Tonfraktion absetzte. Hier lebte eine verarmte Fauna. Windkanter beweisen starke äolische Einwirkungen auf der Buntsandsteinebene. Zur Zeit des Unteren Voltziensandsteins (Werkstein) wurde durch die fortschreitende Transgression des Muschelkalkmeeres das gesamte Gebiet in eine Deltalandschaft umgestaltet. Zwischen den aktiven Flutrinnen lagen brackische Tümpel und Lagunen. Sie waren von euryhalinen Wasserbewohnern besiedelt: Quallen, Ringelwürmer, Linguliden, Mollusken, Limuliden, Crustaceen, Insektenlarven und Fische. Durch episodische Stagnation oder Trockenlegung des Wasserspiegels erlitten diese Organismen Massentod. Am Ufer lebten Spinnen, Skorpione, Myriapoden, Insekten, Amphibien und Reptilien. Hier wuchs auch eine vielartige Flora. Es handelt sich hauptsächlich um Schachtelhalmgewächse, Farne und Gymnospermen (Voltzia) . Die Wasserfauna und die eingeschwemmten Uferbewohner wurden durch rasche Einbettung in einem sauerstoffarmen Sediment ausgezeichnet erhalten. An der Wende Unterer-Oberer Voltziensandstein erlahmte allmählich die Deltasedimentation. Es kam zur Entwicklung breiter Sümpfe, gekennzeichnet durch einen Wurzelhorizont. Mit dem Oberen Voltziensandstein (Lettenregion) wird das fortschreitende Einsinken des germanischen Trias-Beckens durch die Sedimentation nicht mehr ausgeglichen: das Muschelkalkmeer überflutet endgültig die Nordvogesen. Es entsteht ein weiter und seichter Strandbereich, mit reicher mariner Fauna, wo kalkhaltige Ablagerungen an Bedeutung immer mehr zunehmen.

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