Field trip guide

Die mittleren kristallinen Vogesen. (Exkursion D am 20. April 1995)

Fluck, Pierre

Kurzfassung

Die Migmatite von Kaysersberg bilden ein ausgedehntes Ensemble inmitten des östlichen Teils der Mittleren Vogesen. Sie sind ein Lehrbuch-Beispiel für das Studium der partiellen Aufschmelzung - der Migmatisation. Lange Zeit wurden diese Gesteine einer Gneis-Serie zugeordnet, wie sie auch von Sainte-Marie-aux-Mines bekannt ist. Ihr wahrer Ursprung wurde verkannt, bis man 1976 einen direkten Zusammenhang mit authentischen Schiefern und Grauwacken herstellen konnte, wie sie weiter südlich in der devonisch-unterkarbonischen Serie von Markstein auftreten . In der Tat weisen die Migmatite von Kaysersberg noch Spuren auf, die diese Herkunft zu erkennen geben, wie z. B. das Auftreten von "Ovoiden" mit kalksilikatischer Zusammensetzung. Eine thermische Metamorphose unter erhöhtem Druck führte die Formation in den Bereich partieller Aufschmelzung. Meist dunklere und eher feinkörnige Residualanteile, deren Zusammensetzung diejenige der Schiefer-Grauwacken -Serie widerspiegelt, "schwimmen" wie Fische in einer granitisch erscheinenden Matrix. Diese Einschlüsse sind gelegentlich stark durchsetzt mit ptygmatisch gefalteten Äderchen von Leukosom. Die granitische, oftmals heterogene Matrix weist ihrerseits noch zahlreiche Schlieren von unvollständig aufgeschmolzenem Material auf. Trotz einer fortschreitenden Verwitterung - verursacht vor allem durch die Luftverschmutzung - bleibt der Aufschluß Kaysersberg nach wie vor der beste seiner Art im Vogesenmassiv.

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