Field trip guide

Trinkwassergewinnung am Nordwestrand des Mainzer Beckens. (Exkursion G am 13. April 1996)

Heitele, Hubert; Kärcher, Thomas

Kurzfassung

Am Nordwestrand des Mainzer Beckens wird Grundwasser sowohl aus Lockergesteins - als auch aus Festgesteinsgrundwasserleitern gewonnen. Je nach dem geologischen Aufbau der Einzugsgebiete und deren tektonischer Ausprägung werden dabei Grundwässer mit sehr unterschiedlichen Lösungsinhalten angetroffen. So beinhaltet z. B. der Rhyolith-Kluftgrundwasserleiter bei Bad Kreuznach auf engem Raum Grundwässer mit sehr niedrigen und solche mit sehr hohen Lösungsinhalten. Von den letzteren sind die Natrium-Chlorid-Thermen, die im Bereich des Nahetales im nördlichen Teil des Rhyolith-Massivs in Bad Münster am Stein-Ebernburg und Bad Kreuznach auftreten, bekannte Heilwässer. Auch in der weiteren Umgebung werden in den an der unteren Nahe zusammentreffenden tektonischen Großstrukturen Pfälzer Sattel, Nahemulde (Saar-Nahe-Becken) und Mainzer Becken (Oberrheingraben-System) immer wieder relativ hohe Chloridgehalte angetroffen, die auf verbreitete Sole-Vorkommen in größerer Tiefe hinweisen. Diese können die Trinkwassergewinnung beeinträchtigen, z. B. durch Arsen-Grenzwertüberschreitungen. Außer dem Rhyolith-Kluftgrundwasserleiter, aus dem kleinere Wasserwerke in Bad Münster am Stein-Ebernburg, Wöllstein und Frei-Laubersheim fördern, werden von den an den Nordwestrand des Mainzer Beckens angrenzenden Rotliegend-Abfolgen auch Sandstein-, Konglomerat- und Fanglomerat-Kluftgrundwasserleiter genutzt. Aus ihnen wird die Trinkwassergewinnung der größeren Wasserwerke (Stadtwerke GmbH Bad Kreuznach, Zweckverband Wasserversorgung Trollmühle) betrieben, deren z. T. sehr ergiebige Brunnen größtenteils im Nahbereich des Nahetal -Störungssystems liegen. Hier sind die Grundwässer z.T. durch anthropogene Einträge erheblich belastet, so im N von Bad Kreuznach durch organische Verunreinigungen aus Industrie- und Gewerbebetrieben oder am Rande ausgedehnter Weinbergslagen durch hohe Nitratgehalte. Aus den sogenannten "Meeressanden", die eine typische Randfazies des Mainzer Beckens darstellen, ist bereichsweise eine wirtschaftliche Trinkwassergewinnung möglich. Diese tertiären Lockergesteine sind beim Wasserwerk in Eckelsheim und weiter im SE beim Wasserwerk "Grundloser Brunnen" der Stadt Kirchheimbolanden durch tertiäre Tonmergelserien im Hangenden gut vor Verunreinigungen durch Sickerwasser geschützt.

Keywords

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