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Eine biostratigraphische Bewertung der Faunen im Buntsandstein des germanischen Beckens

Backhaus, Egon

Kurzfassung

Der in terrestrischen (fluviatil-lakusträr-äolisch) Environments gebildete Untere und Mittlere Buntsandstein ließ kaum Faunengesellschaften erwarten, mit deren Hilfe eine überregionale biostratigraphische Feingliederung möglich war. Im wesentlichen haben wir es mit mehr oder weniger faziesabhängigen Fossilien zu tun, die als endemisch gelten. Dennoch sind in den letzten Jahrzehnten bei intensiver Beschäftigung mit diesen Fazies durch Funde in den End- (oder Anfangs-)gliedern der weitgehend sohl- oder dachbankzyklisch aufgebauten Sedimentationseinheiten vielfach Möglichkeiten zur Gliederung aufgezeigt worden. Dies gilt vor allem für die Conchostraken, deren phylomorphogenetische Entwicklung im Germanischen Buntsandstein eine Feingliederung ermöglicht. Viele von ihnen lassen eine nahezu weltweite Verbreitung in Süß- und Brackwasserablagerungen erkennen. Da sie auch in dünnen, brackischen Lagen des marinen Skyths von Ungarn, der Westkarpaten (Slowakei) und der Südalpen vorkommen, erlauben sie eine direkte Korrelation mit marinen Abfolgen der tethyalen Trias. Dabei ist es unerläßlich, die im Buntsandstein gefundenen Fossilien (z. B. Conchostraken) mit Hilfe anderer Fossilgruppen biostratigraphisch zu eichen, so etwa an Pflanzen (Sporen und Pollen) oder Tetrapoden und ihren Fährten, die auch im marinen Küstenbereich vorkommen. Diese Gemeinschaften können dann mit der durch Cephalopoden bestimmten Orthostratigraphie (evtl. auch Foraminiferen und Conodonten) verknüpft werden. Für das Skyth scheint die beste Möglichkeit für den Vergleich mit der Russischen Plattform, NE-Sibirien und Grönland gegeben zu sein.

Keywords

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