Field trip guide

Stratigraphie und Sedimentationsgeschichte im Tertiär des Mainzer Beckens. (Exkursion B1 am 9. und B2 am 11. April 1996)

Schäfer, Peter

Kurzfassung

Die Entwicklung des Mainzer Beckens ist eng an den beginnenden Einbruch des Oberrheingrabens geknüpft. Tektonisch stellt das Mainzer Becken eine Hochscholle auf der NW Grabenschulter dar, ist also im weiteren Sinne Teil des Oberrheingrabens. Die Sedimentationsgeschichte von Oberrheingraben und Mainzer Becken ist geprägt durch zwei große marine Zyklen. Die ältesten, vermutlich ins Unter- bis Mitteleozän zu stellenden Sedimente (tieferer Teil der Eozänen Basistone, Eozäne Basissande und -schluffe), weisen noch keinen erkennbaren marinen Einfluß auf. Dieser setzt jedoch spätestens im höheren Eozän mit der Ablagerung des Lymnäen-Mergels ein. Als stratigraphische Einheit ist der Lymnäen-Mergel seit langem aus dem Bereich des Grabens bekannt, er konnte in jüngerer Zeit jedoch auch im äußersten südlichen Mainzer Becken (Raum Lautersheim/Pfalz) nachgewiesen werden. Hier verzahnt er sich mit den obereozänen Eisenberger Tonen. Als nächstjüngere Einheit folgen im Mainzer Bekken weitverbreitet brackische Tone und Mergel der Mittleren Pechelbronn-Schichten, die ins tiefste Oligozän (Latdorfium) gestellt werden können. Im Rupelium kommt es, bedingt durch den weltweit zu beobachtenden Meeresspiegelanstieg, im Beckeninnern zur Ablagerung des vollmarinen Rupeltons. Gleichzeitig bildet sich als grobklastische Küstenfazies der Untere Meeressand.

Keywords

Mainzer BeckenOberrheingrabenEozänOligozänPechelbronn-SchichtenRupeliumgermany