Field trip guide

Zur geologischen Entwicklung des Tepla-Kristallins und des Marienbader Komplexes (Böhmische Masse). (Exkursion I am 18. April 1998)

Zulauf, Gernold; Vejnar, Zdenék

Kurzfassung

Das Tepla-Kristallin und der Marienbader Komplex (Marianske-Lazne Komplex) bilden den NW-Abschnitt des Tepla-Barrandiums, das als Teil der Moldanubischen Region (sensu F. E. Suess 1926) zum eigentlichen Kernbereich der variscischen Internzone gehört. Trotz dieser orogeninternen Position besteht das Tepla-Barrandium zum größten Teil aus suprakrustalen, anchi- oder unmetamorphen Gesteinen, die von hochmetamorphen Gesteinen des Moldanubikums s.str. und Saxothuringikums umgeben sind. Die unmetamorphen paläozoischen Sedimente und Vulkanite der Barrandischen Synklinale reichen stratigraphisch vom Kambrium bis ins Mittlere Devon. Sie überlagern diskordant ein cadomisches Grundgebirge, das aus höher metamorphen und stärker deformierten oberproterozoischen Gesteinen besteht. Sowohl im Tepla- als auch im südlich gelegenen Domazlice-Kristallin handelt es sich um solche oberproterozoischen Gesteine, die der Kralupy-Zbraslav-Gruppe (sensu Masek & Zoubek 1980) angehören. Letztere ist in etwa vergleichbar mit der Vorspilitischen und Spilitischen Stufe (sensu Kettner 1917). Am lithologischen Aufbau beteiligen sich vornehmlich Metagrauwacken und Metasiltsteine mit Einlagerungen von basischen bis sauren Metavulkaniten sowie Metakiesel- und Metaschwarzschiefern. Mikrofossilien in tuffigen Lagen südlich von Pilzen ergeben ein spätriphäisches bis wendisches Sedimentationsalter.

Keywords

tepla complexmarianske-lazne complexmoldanubianvariscan zonemetamorphism