Field trip guide

Granitoide des Fichtelgebirges (NE-Bayern): Magmengenese und hydrothermale Alteration. (Exkursion J am 18. April 1998)

Hecht, Lutz

Kurzfassung

Die Böhmische Masse im allgemeinen und auch das dazugehörende Fichtelgebirge sind von einem intensiven granitoiden Magmatismus geprägt, der seinen Höhepunkt im finalen Stadium der variszischen Orogenese hatte. Die Untersuchungen an den Graniten der Oberpfalz und des Fichtelgebirges weisen darauf hin, daß der spätvariszische Granitmagmatismus nicht kontinuierlich, sondern in mindestens drei verschiedenen Hauptintrusionsphasen stattgefunden hat. Im Fichtelgebirge wird über 40 % der Gesamtfläche durch variszische Granitoide eingenommen. Die Exkursion beschränkt sich hier auf die spätvariszischen Intrusivgesteine, d.h. auf die Granite i.e.S. und die mit ihnen räumlich assoziierten intermediären bis basischen Plutonite, die sogenannten Redwitzite. Die postgranitischen Ganggesteine (Diabase, Lamprophyre und Rhyolithe) werden nicht behandelt. Die Granite und die Redwitzite sind nach den Hauptdeformationsphasen der variszischen Orogenese, einschließlich der Deckenüberschiebung der Münchberger Gneismasse, in niedrig bis mittelgradig metamorphe Metasedimente des Fichtelgebirges intrudiert. Es handelt sich also um weitgehend posttektonische Intrusionen, obwohl ein enger Zusammenhang zwischen einer spätvariszischen Scher- und Extensionstektonik und der Platznahme der Granitoide des Fichtelgebirges und der Oberpfalz angenommen wird.

Keywords

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