Field trip guide

Karsthydrogeologie der Schwäbischen Alb (Exkursion I am 9. April 1999)

Villinger, Eckhard; Sauter, Martin

Kurzfassung

Das Karstgebiet des Oberjuras oder Weißjuras der Schwäbischen Alb erstreckt sich auf über 200 km Länge und mit 10-40 km Breite vom Hochrheintal bis zum Nördlinger Ries (Abb. 1). Mit einer Fläche von etwa 5500 km' bildet die Schwäbische Alb, zusammen mit ihrer nordöstlichen Fortsetzung, der Fränkischen Alb, die größte deutsche Karstlandschaft, die auch durch den bedeutendsten Karstgrundwasserleiter ausgezeichnet ist. Am Albsüdrand entspringt im Hegau die Aachquelle mit einer mittleren Schüttung von MQ = 8,07 m3/s (1920-97) als größte Quelle Deutschlands. Zwei Drittel ihres MQ bestehen aus Flußwasser der Donauversickerung zwischen Immendingen und Fridingen. Meist nahe ihrem Nordrand wird die Schwäbische Alb der Länge nach von der Europäischen Wasserscheide durchzogen, d. h. der Grenze zwischen den orographischen Einzugsgebieten von Rhein bzw. Neckar und Donau. Wie in Karstgebieten üblich, entspricht diese Grenze jedoch gewöhnlich nicht der Grund- oder Karstwasserscheide (s. unten). Dies wird besonders deutlich auf der Südwestalb, wo die Karstwasserscheide durch die Donauversickerung eine weite Verschiebung zugunsten des Rhein-Einzugsgebiets mit seiner deutlich tieferen Erosionsbasis (Oberrheingraben!) erfahren hat.

Keywords

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