Field trip guide

Schwäbische Alb: Landschaft und Geologie um Bad Urach, Münsingen und Lichtenstein (Exkursion E am 8. April 1999)

Westphal, Frank; Westphal-Köpf, Isolde

Kurzfassung

Die Mittlere Alb ist ein typischer Ausschnitt des höchsten Teils der süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Sie bietet aber auch einige Besonderheiten. Zu ihr gehört die tektonische Einsenkung der "Uracher Mulde", in der die sonst am Nordrand der Alb bereits abgetragenen Gesteine des Malm zeta noch bis in den Bereich des Steilabfalls erhalten geblieben sind. Der rund 200 m hohe Stufenrand (Albtrauf) enthält deshalb hier stellenweise weitere Massenkalkfelsen über dem verbreiteten Felsenkranz des Malm delta/epsilon. Die Uracher Mulde ist möglicherweise auch für die besonders weit in die Alb hineinreichende fluviatile Zerschneidung der Traufregion im Bereich von Bad Urach verantwortlich. Die Albhochfläche zeigt das charakteristische Kuppenrelief mit den Hügeln der Massenkalke ("Schwamm-Kalkalgen-Riffe") und der dazwischenliegenden geschichteten Fazies des höheren Malm. Der zerlappte Albtrauf ist zugleich die oberirdische Europäische Wasserscheide zwischen den Flußsystemen des Rheins (rhenanisch) und der Donau (danubisch). Als Folge tiefreichender Verkarstung entwässert aber ein mehr oder weniger breiter Streifen der traufnahen Albhochfläche unterirdisch durch Quellen am Fuß des Stufenrands in das rhenanische System (z. B. Echaz-Quellen).

Keywords

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