Field trip guide

Faziesentwicklung und Sedimentation in einem epikontinentalen Flachmeer – Beispiele aus dem Jura der Nordwest-Schweiz (Exkursion B1 und B2 am 27. und 28. April 2000)

Wetzel, Andreas

Kurzfassung

Während des Jura war die Nordwest-Schweiz von einem epikontinentalen Meer überflutet, das während des Lias transgredierte. Die Faziesentwicklung in diesem flachmarinen Ablagerungsraum wurde nicht nur von Faktoren wie Sedimenteintrag, Schwankungen des Meeresspiegels, Strömungen etc. beeinflußt, sondern auch durch differentielle Absenkung des Untergrunds. Der einfache Vergleich von Schichtmächtigkeiten mit der Wassertiefe während der Ablagerung zeigt, daß für viele Formationen die Wassertiefe im Ablagerungsraum geringer gewesen sein muß als die Sedimentmächtigkeit, daher mußte der Raum für die Sedimentakkumulation im wesentlichen synsedimentär bereitgestellt worden sein. Isopachenkarten für verschiedene Zeitintervalle zeigen oft aber keine einheitliche Mächtigkeitsverteilung, sondern in bestimmten Gebieten wiederholt auftretende relative Maxima. Diese stehen meist in engem räumlichen Zusammenhang mit Strukturen, die während des ausgehenden Paläozoikums im Sockel angelegt wurden, etwa dem Nordschweizer Permokarbon-Trog oder Brüchen, die zum Rheinischen Lineament zu rechnen sind. Derartige differentielle Bewegungen des Untergrunds äußerten sich allerdings oft in nur geringen, flexurartigen Verbiegungen des Meeresbodens und dementsprechend sind synsedimentäre tektonische Phänomene kaum zu finden.

Keywords

Sedimentepikontinentales FlachmeerJuraNordwest-Schweizfield trip guidePermokarbon-Trog