Field trip guide

Permokarbon des Sprendlinger Horstes und der westlichen Wetterau (Exkursion I am 20. April 2001)

Kowalczyk, Gotthard

Kurzfassung

Der Sprendlinger Horst, benannt nach dem Ortsteil Sprendlingen der Stadt Dreieich, bildet einen morphologischen Sporn in der N Verlängerung des Odenwaldes, in dem Kristallin und permokarbone Sedimente und Vulkanite zu Tage treten. Er erfuhr seine strukturelle Ausgestaltung im Tertiär im Zusammenhang mit der Bildung des Oberrheingrabens. In seiner Anlage ist der Sprendlinger Horst jedoch älter und geht bereits auf variszische Strukturen zurück. Er war Teil des ausgedehnten permokarbonen Molasse-Beckens zwischen Lothringen und Thüringer Wald, das an der Grenze zwischen Rhenoherzynikum und Mitteldeutscher Kristallin-Zone entwickelt war, mit seinen Teilstrukturen, dem Saar-Nahe-Becken und dem Hessischen Becken, dem auch die Wetterau (als Wetterau-Teilbecken) angehört. Im Gebiet des känozoischen Sprendlinger Horstes macht sich während des Permokarbons eine Schwelle bemerkbar, die Saar-Nahe-Becken und Hessisches Becken von einander trennt, was sich in einer gegenüber den Becken erheblich reduzierten und unvollständigen permokarbonen Schichtenfolge ausdrückt. Diese permokarbone Schwelle war im W und E durch Störungen begrenzt, die während der Bildung des Oberrhein- (und Gersprenz-) Grabens offensichtlich reaktiviert wurden.

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