Original paper

Neues zur Geologie und Ingenieurgeologie des UNESCO-Welterbes Grube Messel bei Darmstadt (Südhessen)

Molek, Herward; Harms, Franz-Jürgen; Nix, Thomas; Aderhold, Gabriele

Kurzfassung

Das Weltnaturerbe „Grube Messel“ hat durch die Qualität und Vollständigkeit von Säugetierfossilien aus dem Eozän eine außerordentliche Bedeutung für die Durchführung wissenschaftlicher Grabungen. Gemäß § 52 des Bundesberggesetzes gilt die Grube Messel als Tagebau mit geltendem Rahmenbetriebsplan. Der Gesamtbereich der Grube Messel umfasst einschließlich der Abraumhalden im NE eine Fläche von ca. 100 ha. Hierbei entfallen etwa 65 ha auf den eigentlichen Grubenbereich. Die Grubensohle liegt ca. 60 m unter dem umgebenden Gelände. Nach Einstellung der Ölschiefergewinnung um 1970 war zunächst eine Nutzung des Grubengeländes als Abfalldeponie geplant. Diese Nutzung wurde dann zugunsten einer Langzeitgrabungsstätte der Paläontologie umgewandelt. Durch eine Gutachterkommission wurden 1989 die Standsicherheitsverhältnisse der Grubenhänge beurteilt. 1990 wurde entschieden, die Grubenhänge anstelle nicht finanzierbarer Sicherungsbaumaßnahmen im Sinne der Langzeit-Beobachtungsmethode nach DIN 1054 so zu überwachen, dass für die Wissenschaft ein ausreichend sicherer Grabungsbetrieb möglich wird. Dem Land Hessen als Eigentümer der Grube Messel wurde sowohl die Verpflichtung zur Sicherung der persönlichen Sicherheit der grabenden Institute als auch zur Sicherung der nördlich benachbarten Bahnstrecke Darmstadt-Dieburg-Aschaffenburg ausdrücklich übertragen. Seit 1997 wird die Langzeitüberwachung durch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie durchgeführt.

Keywords

Grube MesselDarmstadtgermanyUNESCO-Welterbe