Original paper

Erster Nachweis von Rohlöss auf der Mittleren Schwäbischen Kuppenalb (TK 25 Blatt 7521 Reutlingen)

Eberle, Joachim; Wiedenmann, Ralf; Blümel, Wolf Dieter

Kurzfassung

Zwischen Würtingen und Ohnastetten auf der Reutlinger Kuppenalb wurde bei einer Cobra-Sondierung in einer Höhe von 712 m ü.M. Löss angetroffen. Erste sedimentologische und mineralogische Analysen belegen, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um nicht umgelagerten Primärlöss handelt, der aufgrund erosionsgeschützter Lage in einer Doline und der Überlagerung durch jüngere Deckschichten vor Abtragung geschützt war. Der Fund belegt, dass auch in höheren Lagen der Mittelgebirge noch kaltzeitliche, äolische Sedimente in größerer Mächtigkeit abgelagert wurden. Die heute weit verbreiteten Schlufflehme in den großen Trockentälern der Schwäbischen Alb stellen dagegen Umlagerungsprodukte dar und geben folglich keine Hinweise auf die primäre Sedimentmächtigkeit der Ausgangsprodukte. Das Herkunftsgebiet des Rohlösses ist bislang nicht eindeutig zu bestimmen. Im Schwer- und Leichtmineralspektrum deutet sich eine Verzahnung der rheinischen und der oberschwäbischen Molassefazies an.

Abstract

By drilling in quaternary sediments nearby the village of Ohnastetten/Reutlingen in the highlands of the „Schwäbische Alb“ (southwestern part of Germany) primary loess was found in an altitude of 712 m.a.s.l.. Until now such sediments were unknown from these highlands. The loess is preserved in a karst depression and covered by periglacial slope deposits. In fact the wide spread loamy material in the dry valleys of the Schwäbische Alb contains aeolian components but they are dislocated by pleistocene periglacial processes and thereby mixed with residual weathering products of the Jurassic limestones. Sedimentological and mineralogical analyses give evidence for specific character and origin of the aeolian material. The heavy mineral association shows features of the rhenanian loess facies and the molasse facies of the alpine foreland.

Keywords

primary loessfirst occurencekuppenalbreutlingengermanysedimentology