Field trip guide

Subrosionsvorgänge und Kupferschieferaltbergbau zwischen Ilmenau und Elgersburg – Vorstellung einer Landschaft vor der Nordrandstörung des Thüringer Waldes (Exkursion D am 4. April 2002)

Biewald, Wolfgang

Kurzfassung

Die Landoberfläche Thüringens spiegelt die durch tertiäre und quartäre Reliefentwicklung überprägte, von der saxonischen Tektogenese hervorgerufene Gliederung des Untergrundes in herzynische Strukturelemente wider. Thüringens bedeutendste regionalgeologische Einheiten sind Thüringer Becken, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge. Die Exkursionsroute führt durch das Thüringer Becken, eine sich in NW-SE-Richtung erstreckende flache Tafeldeckgebirgs-Mulde. Das Thüringer Becken wird umgrenzt im SW und SE von Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge, im NE und N von Finnestörung, Kyffhäuser und Harz und im NW von der Worbiser Ohmgebirgsgrabenzone. Die Schichtenfolgen des thüringischen Tafeldeckgebirges werden vom Zechstein, der Trias sowie von Jura- und Kreiderelikten gebildet. Sie überlagern die sich in ihrem Untergrund fortsetzenden Schichten der älteren Stockwerke des Schiefergebirges, des Siles und Rotliegend des Thüringer Waldes und des Kristallins der Mitteldeutschen Kristallinzone zwischen Ruhlaer Kristallin und Kyffhäuser. Auf diesem Untergrund liegt der Zechstein diskordant und tritt – bedingt durch die tektonische Heraushebung der das Thüringer Becken umrahmenden Bruchschollengebirge – u.a. am Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge, Kyffhäuser und Harz zutage. Die Schichten des Zechsteins (60–800 m) bestehen aus Tonschluff-, Mergel- und Karbonatgestein, Gipsen bzw. Anhydriten und in größeren Tiefen aus Salzgesteinen. Zum Beckeninneren hin folgen der Buntsandstein (540–780 m), der Muschelkalk (220–300 m) und schließlich, das Zentrum des Thüringer Beckens bildend, der hauptsächlich tonig ausgebildete Keuper (470–640 m). Durch die saxonische Tektogenese erhielt das Thüringer Becken seine heutige Kontur bzw. Struktur. Es entstanden die großen herzynischen Störungszonen sowie Mulden und Sättel. Gleichzeitig wurden die herausgehobenen Schichten intensiv abgetragen. In den hierbei mit Tageswässern in Berührung kommenden Salinargesteinen setzten Subrosionsvorgänge ein. Ziel der Exkursion ist der SW Bereich des Thüringer Beckens. Schwerpunkt soll die der Nordrandstörung des Thüringer Waldes vorgelagerte Aufrichtungszone im Raum Ilmenau – Roda – Elgersburg sein, wo die Auswirkungen verschiedenartiger Subrosionsprozesse und ein Jahrhunderte umgehender Kupferschieferbergbau landschaftsprägend gewesen sind.

Keywords

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